Klimapolitik im Umbruch –

Unternehmen bleiben engagiert

Die klimataugliche Wirtschaft wächst trotz Gegenwind.

Die Schweiz ist bekannt für ihre Stabilität und Zuverlässigkeit. In der Klimapolitik war davon 2025 wenig zu sehen. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen an ihren Klimazielen festhalten und die wirtschaftlichen Chancen von Netto-Null aufzeigen.

In Zeiten geopolitischer Spannungen und unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gewinnt die Arbeit von swisscleantech an Bedeutung, um Rückschritte in der Klimapolitik zu verhindern. Darüber hinaus schaffen wir heute die Grundlagen, um bei einer ansteigenden Themenkonjunktur zugunsten des Klimaschutzes ambitionierte Massnahmen effektiv und zeitnah umzusetzen.

Rückschritte konnten wir unter anderem bei dem grossen Sparprojekt «Entlastungspaket 27» verhindern, bei dem der Bundesrat einen beträchtlichen Anteil der Einsparungen in den Bereichen Energie, Klima und Umwelt erreichen will (rund 40%). Dank unseres Einsatzes in einer breiten Allianz konnten wir zumindest in einer ersten Leistung das wichtige Gebäudeprogramm sichern. Damit das auch so bleibt, braucht es auch 2026 unseren vollen Einsatz in der Politik.

Umso wichtiger und erfreulicher ist es, dass swisscleantech-Mitglieder an ihrer konsequenten Haltung zu unternehmerischem Klimaschutz und an ihren Klimazielen festhalten oder diese sogar verschärfen, wie unsere jüngste Umfrage zeigte. Das stärkt unsere Position in der Politik und trägt zur Erreichung unserer Ziele bei.

Michael Mandl
Mail | LinkedIn

Erfolgreiche Sicherung der Gebäudeprogrammes trotz Entlastungspaket

Bereits seit 16 Jahren unterstützt das Gebäudeprogramm Hauseigentümer*innen dabei, die Energieeffizienz zu steigern und CO2-freie Heizungen zu installieren. Dieses Erfolgskonzept will der Bundesrat im Rahmen des Entlastungspakets zusammenstreichen. Damit gefährdet er die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor massiv.

swisscleantech hat sich deshalb an vorderster Front gemeinsam mit anderen Verbänden erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Ständerat – entgegen dem Vorschlag des Bundesrates – das Gebäudeprogramm weiterführt. Wenn auch mit veränderter Finanzierung bleibt damit die Förderung für energetische Sanierungen bestehen. Um die Wirkung des Programmes zu erhöhen, muss es aber weiterentwickelt und effizienter ausgestaltet werden.

Stärkung der Beschaffung von nachhaltigen Baustoffen

Die öffentliche Beschaffung hat mit rund 40 Mrd. CHF pro Jahr eine enorme Hebelwirkung auf die CO2-Reduktion. Sechs Jahre nach der gesetzlichen Verankerung von Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung setzte das Parlament 2025 erneut ein klares Zeichen: Zwei angenommene Motionen, bei welchen swisscleantech mitwirkte, sollen nachhaltige Baustoffe stärken.

Der Bundesrat erhält damit den Auftrag, Nachhaltigkeitskriterien in der Beschaffung stärker zu gewichten und seine Vorbildrolle gemäss Klimaschutzgesetz wahrzunehmen. Durch grüne Leitmärkte sollen Anreize geschaffen werden, damit CO2-intensive Baustoffe – wie etwa Stahl oder Zement – nachhaltiger produziert werden. Das bringt Investitionen in CO2-arme und kreislauffähige Technologien voran.