Energiepolitik: Und täglich grüsst das Murmeltier
Die Schweizer Energiepolitik dreht sich gefühlt im Kreis – und doch gibt es Fortschritte.Eine dieser epischen Diskussionen dreht sich um das Verbandsbeschwerderecht, wo es ein austariertes Gleichgewicht zwischen Nutzung zur Stromproduktion und Naturschutz braucht. Wir setzten uns deshalb für eine faire Lösung im Umgang mit dem Verbandsbeschwerderecht ein und trugen mit einem Kompromiss entscheidend zur Verabschiedung des wichtigen Beschleunigungserlasses für erneuerbare Energien bei. Dieser Erlass ist eine zentrale Voraussetzung, um die Prozesse für den Bau von neuen Anlagen zur Produktion von Solar-, Wind- und Wasserstrom zu beschleunigen.
Zu einem vorläufigen Abschluss kam die Diskussion um die Stromreserve: Unser Engagement verhinderte, dass auf breiter Front neue Gaskraftwerke gebaut werden. Durch intensiven Austausch in Bundesbern erreichten wir, dass die wachsenden, erneuerbaren Produktionskapazitäten genauso für die Bildung der Stromreserve berücksichtigt werden wie die zunehmenden Notstromgruppen. Das senkt nicht nur den CO2-Ausstoss der Stromreserve, sondern auch die Kosten.
Wasserstoff: Ein Blick in die Kristallkugel
Welche Rolle wird Wasserstoff in Zukunft spielen? Entscheidend wird der Preis, zu welchem Wasserstoff in Konkurrenz zum Strompreis angeboten werden kann. swisscleantech hat dazu mit Expert*innen und Stakeholdern diskutiert und einen Bericht verfasst. Wir vertreten darin die Ansicht, dass in vielen Fällen die strombasierte Alternative kostengünstiger sein wird als die Verwendung von Wasserstoff. Als Beispiel wird Wasserstoff oder ein daraus hergestellter Energieträger im Transportbereich vorrangig im Flug- und Schiffsverkehr zur Anwendung kommen.
Auch für Prozesswärme sehen wir in der Anwendung von Hochtemperatur-Wärmepumpen grosse Chancen. Deshalb wird sich swisscleantech in den nächsten Jahren auch für die Verbreitung dieser Technologie engagieren.
Der Beschleunigungserlass wird die Energiewende voranbringen!
Der im Herbst 2025 verabschiedete Beschleunigungserlass hat zum Ziel, die oft 15 bis 20 Jahre dauernden Planungs- und Bewilligungsverfahren für grosse Wind-, Wasser- und Solaranlagen deutlich zu verkürzen. Der Erlass vereinfacht Verfahren für Projekte von nationalem Interesse, führt verbindliche Fristen ein, bündelt Planungsschritte, schränkt Verbandsbeschwerden ein, definiert geeignete Zonen für Solaranlagen und beschleunigt den Netzausbau.
Nach einer langen, intensiven parlamentarischen Debatte – insbesondere zum Verbandsbeschwerderecht – konnte ein Gesetz verabschiedet werden, welches bei konsequenter Umsetzung einen wichtigen Fortschritt für die Energiewende darstellt.
