swisscleantech befürwortet Gletscherinitiative

Die eidgenössische Volksinitiative für ein gesundes Klima (Gletscherinitiative) fordert einen neuen Artikel in der Bundesverfassung, welcher festhält, dass die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen im Inland bis 2050 linear auf netto-null senkt.

Diese Forderung ist eine konkrete Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens, das die Schweiz 2015 unterzeichnet hat. Zwar hat die Schweiz das Pariser Abkommen ratifiziert, aber ein rechtlich verbindlicher Absenkpfad bis netto-null fehlt bis jetzt.

Der Berichtes des Weltklimarates zeigt auf, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf Wirtschaft und Gesellschaft bei einer Erwärmung von 2 Grad deutlich gravierender sind als bei einer Erwärmung von 1,5 Grad. Die Umsetzung des Pariser Abkommens ist daher dringlich.

Die Gletscherinitiative ist ein wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung, denn sie will die Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen in der Verfassung verankern. Mit dem geforderten Treibhausgasneutralität in 2050 und den verlangten Zwischenzielen werden die Stützpfeiler eines planbaren, kontinuierlichen Ausstiegs aus den fossilen Energieträgern gesetzt.

Daher unterstützt swisscleantech die Gletscherinitiative. Wir sind durch unseren Vorstand This Schwendimann im Initiativkomitee vertreten.

Mehr Informationen zur Initiative finden Sie hier: https://www.klimaschutz-schweiz.ch/

Weitere Informationen zur Schweizer Klimapolitik

 

 

 

swisscleantech befürwortet Flugticketabgabe

Im Rahmen der CO2-Gesetzesrevision wird im Parlament eine Flugticketabgabe diskutiert.

Die Schweizer Emissionen des Flugverkehrs betragen jährlich rund 5 Mio. Tonnen CO2. Die gesamte Klimawirkung entspricht also 20-50% der Schweizer Inlandemissionen. Jede Schweizer*in fliegt zurzeit im Durchschnitt jährlich knapp 9000 Kilometer, Tendenz stark steigend. Eine vom BAFU in Auftrag gegebene Studie prognostiziert, dass sich die CO2-Emissionen der Schweizer Landesflughäfen ohne zusätzliche Massnahmen zwischen 2014 und 2030 verdoppeln werden.

Eine Flugticketabgabe kann den Flugverkehr noch nicht auf einen Paris-kompatiblen Weg lenken, ist aber trotzdem ein wichtiger Schritt, weil sie ein Signal sendet und eine Lenkungswirkung haben kann. Deshalb empfiehlt swisscleantech die Einführung dieser Lenkungsabgabe. Die Einnahmen sollten möglichst vollständig an die Bevölkerung zurückerstattet werden. Lesen Sie mehr dazu in swisscleantechs Position zur Flugticketabgabe.

Mehr zur CO2 Gesetzesrevision

Wie gut geht es der Wasserkraft?

Noch viel mehr als bei anderen Technologien sind die Kosten bei der Erstellung eines Wasserkraftwerkes sehr unterschiedlich. Deshalb ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass einige Wasserkraftwerke gut rentieren und andere weniger. Drei Aspekte sind zu berücksichtigen: Art des Wasserkraftwerks, Alter des Wasserkraftwerks und Abschreibungsbedarf. Ganz offensichtlich unterscheiden sich Speicherkraftwerke, Laufkraftwerke und Pumpspeicherkraftwerke. Letztere, zu denen auch das im Artikel erwähnte Kraftwerk Linth-Limmern gehört, sind im Moment defizitär und werden das wohl auch noch auf Jahre hinaus bleiben. Speicherkraftwerke sind dank ihrer Flexibilität interessant, Flusskraftwerke aufgrund der eher geringeren Baukosten. Entscheidend für die Rentabilität sind vor allem auch das Alter der Kraftwerke und die angewendeten Abschreibungszyklen. Aus älteren Studien weiss man, dass die Rentabilität von alten Anlagen, bei denen die Abschreibungen aus der Erstellung weitgehend getätigt sind, rentabel sind, während neue Anlagen und solche, die umfassend renoviert worden sind, eher teurerer Kosten aufweisen und dann oft nicht oder nur knapp rentabel betreiben werden können.  

Diese Überlegungen geben nun den Blick frei auf die wichtigen Schlüsse, die leider im Artikel nicht gezogen werden: Viele der heute rentablen Anlagen werden in den nächsten Jahren in einen neuen Erneuerungszyklus eintreten. Als Folge davon wird ihre Rentabilität geschwächt. Die Massnahmen in den Erneuerungszyklen sind jedoch nötig, um auch langfristig die Produktion zu erhalten und sie allenfalls auszuweiten. Damit sind wir beim zweiten Problem: Weil die Kosten der Erstellung einer neuen Wasserkraftanlage sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten wie Wasserfluss und Gefälle abhängen, muss leider festgehalten werden: Die günstigen Potentiale in der Wasserkraft sind längst gebaut. Neue Anlagen werden in den meisten Fällen zu Preisen produzieren, die bei den heute üblichen Strompreisen nur knapp rentabel oder sogar unrentabel sein werden. In diesem Fall wird der Ausbau wohl nicht erfolgen.

Im Hinblick auf den Ausstieg aus der Kernkraft sind das nicht besonders gute Nachrichten. Deshalb ist der Titel des Artikels («Die Wasserkraft lohnt sich») nicht unproblematisch. Auch wenn die Wasserkraft insgesamt heute finanziell wieder besser dasteht, muss weiterhin dafür gesorgt werden, dass die Anreize für Erneuerung, Optimierung und Ausbau erhalten bleiben. Aufgrund der hohen Kosten ist es nicht sinnvoll, jeden verbleibenden Bach zu turbinieren. Gleichwohl gibt es Potentiale in der Wasserkraft, die trotz fehlender Rentabilität im Sinne der Versorgungssicherheit heute realisiert werden sollten.

Quelle:

NZZ am Sonntag: Die Wasserkraft lohnt sich (nur für Abonnenten zugänglich) 

 

Geschäftsmodelle für eine CO2-freie Speicherung überschüssigen Solarstroms

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie (feasibility study) untersuchte ein Konsortium aus Bopp Consulting, Swissolar und Energie-Pool die Speicherpotenziale von Solarstrom in Speicherseen. Die Studie kommt zum Schluss, dass insbesondere ökologische und ökonomische Argumente dafür sprechen, Solarenergie in Speicherseen zu lagern. Allerdings steht der Ausführung die Möglichkeit der Entlastung vom Netzentgelt im Wege. Damit eine solche Art der Speicherung möglich wird, ist gemäss den Studienautoren ein attraktives Gesamtangebot notwendig. In diesem Fall sei aber eine WIN-WIN-Situation für den Speicherbetreiber wie auch für den Prosumer möglich.

Die Studie hält fast, dass ein gut konstruiertes Angebot einen positiven Effekt auf die durchschnittliche Anlagengrösse haben kann. Da heute der Eigenverbrauch einen wichtigen Ertragspfeiler darstellt, tendieren Gebäudebesitzer dazu, die Anlage eher zu klein zu dimensionieren, um den Eigenverbrauch optimieren zu können. Dies sei jedoch volkswirtschaftlich uninteressant, da bei kleinen Anlagen die Kosten pro installierter Kilowatt Peakleistung sehr viel schlechter seien als bei grossen Anlagen. 

Während des Studienzeitraums gelang es dem Konsortium nicht, ein EVU für einen praktischen Versuch zu gewinnen. In den Augen der Studienautoren ist dies bedauerlich, könnten doch solche Cloud-Speicherlösungen langfristig ein interessantes Businessmodell für EVU darstellen.

Stromabkommen: Geht uns der Strom aus?

Geht uns tatsächlich der Strom aus, wenn kein Stromabkommen zustande kommt? Um es kurz zu machen: Nein. Aber sicher ist, dass sich bei einem isolationistischen Kurs die Dinge für die Schweiz nicht vereinfachen.

Unabhängig vom Stromabkommen verfügen die Schweizer Kraftwerke – selbst nach dem Ausstieg aus der Kernkraft – über genügend Produktionsleistung, um jederzeit genügend grosse Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dank unseren Speicherseen können wir Schwankungen jederzeit ausgleichen. Damit wir aber über den ganzen Winter genügend nachhaltig erzeugten Strom haben, ist es wichtig, dass in der die Schweiz und Europa weiterhin Anlagen für erneuerbare Energien zu gebaut werden.

Ganz auf Stromimporte aus den Nachbarländern zu verzichten, macht wenig Sinn – auch wenn wir theoretisch genug Anlagen bauen könnten, um unseren Strombedarf zu decken. Effizient ist es, nachhaltigen Strom dort zu beziehen, wo er am einfachsten und günstigsten produziert werden kann – solange der Transport auch gewährleistet ist.

Autarkie ist nicht sinnvoll

Dies ist auch das Hauptargument für ein Stromabkommen mit Europa. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die Kosten für die Stromversorgung sinken, je besser die Koordination unter den Märkten ist. Das bedeutet idealerweise einen europäisch koordinierten Zubau von Leitungen und erneuerbaren Produktionskapazitäten sowie eine nahtlose Integration von allen Strommärkten.

An dieser Koordination sollte die Schweiz teilhaben können, denn dann würde sie in den Modellen zur Lastflussberechnung und Kapazitätsvergabe und hätte bessere Kenntnisse über die geplanten Lastflüsse durch die Schweiz. Heute ist unser Land vom Market Coupling, der gleichzeitigen Vermarktung von Stromproduktion und -transport ausgeschlossen. Dieser Ausschluss führt dazu, dass die Strompreise hierzulande höher sind als sie sein müssten.

Ohne Stromabkommen wird auch die Mitsprache beim Weiterausbau der Infrastruktur wegfallen. Beispielsweise könnte die Schweiz nächstens aus dem Verbund der europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E ausgeschlossen werden. Dies würde die Mitbestimmungsrechte der Schweiz auf dem Europäischen Strommarkt massiv einschränken.

Fazit: Die internationale Vernetzung hat die Schweiz bereits in der Vergangenheit stark gemacht: wirtschaftlich, politisch, wissenschaftlich und kulturell. Eine gute Vernetzung und enge Zusammenarbeit mit Europa ist sinnvoll – nicht nur beim Strommarkt. swisscleantech ist deshalb auch Teil des Wirtschaftskomitees von stark+vernetzt, das sich für eine konstruktive Europapolitik einsetzt. Wir sind überzeugt: Nur wenn wir für eine solide Partnerschaft mit unseren Nachbarn einstehen, können wir etwas bewegen. Heute und in Zukunft.

economiesuisse und die Zielvereinbarungen

Zu Recht lobt economiesuisse in ihrem NZZ-Gastkommentar die (freiwilligen) Zielvereinbarungen, wie sie Firmen mit der Cleantech Agentur Schweiz oder der Energieagentur der Wirtschaft eingehen können. Tatsächlich motiviert dieses Instrument Firmen, effizienter zu werden. Darum hat sich swisscleantech auch immer hinter diesen Prozess gestellt.

Aber: Damit Lenkungsabgaben funktionieren, muss der Staat ein Reduktionsziel setzen. Wird das Ziel nicht erreicht, erhöht der Staat die Abgabe, bis das Ziel erreicht wird. Bei Übererfüllung kann die Abgabe gesenkt werden. Zielvereinbarungen sind gerade deshalb so erfolgreich, weil sie mit diesem Mechanismus kompatibel sind. Steigt die Lenkungsabgabe, werden die Firmen dazu animiert, höhere Ziele zu erreichen.

Der Verband economiesuisse hat sich stets konsequent gegen eine solche zielkohärente Lenkungsabgabe eingesetzt – auch in der aktuellen Diskussion um das CO2-Gesetz im letzten Herbst. Da lautete ihre Empfehlung, die Lenkungsabgabe auf dem aktuellen Niveau zu begrenzen, obwohl Paris-kompatible Reduktionsziele noch lange nicht erreicht sind.

Diese Empfehlung hat daher zwei negative Effekte: Firmen, die noch keine Vereinbarung eingegangen sind, haben keinen zusätzlichen Anreiz, eine Zielvereinbarung einzugehen oder ihre Emissionen sonst zu reduzieren. Und auch innerhalb der Zielvereinbarungen sind die ausgehandelten Massnahmen weniger ambitioniert. Denn die Rentabilität der Massnahmen wird aufgrund der Höhe der Lenkungsabgabe bestimmt.

Fazit: Wer Zielvereinbarungen lobt, aber die Lenkungsabgaben begrenzt, hebelt eine sinnvolle Massnahme aus und macht damit nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis zum Klimaschutz.

Neue Gebäudeklimapolitik für die Schweiz

Energiegesetze für Gebäude sind kantonal geregelt, es besteht jedoch eine interkantonale Harmonisierung. Im Moment sind in vielen Kantonen die Energiegesetze in der Überarbeitung. swisscleantech beobacht die politischen Reaktionen auf die Entwicklung dieser Gesetzespakete seit einigen Jahren und stellt fest: Die MuKEn sind ein gutes Mitteln, um dafür zu sorgen, dass Neubauten energieeffizient gebaut werden.

Es fehlt jedoch ein genügend grosser Anreiz, um die Sanierungsrate von weniger als 1% auf 2-3% anzuheben. Mit der aktuellen Sanierungsrate wäre der Gebäudebestand erst in 80 bis 100 Jahren klimaneutral. Das ist deutlich zu langsam für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Gemäss dem Abkommen sollte die Energieversorgung der Schweiz bis 2050 100% CO2-neutral sein.

Es braucht neue Businessmodelle, um die Modernisierungsrate zu erhöhen. Diese neuen Anreize müssen die wichtigsten Gründe adressieren, die Hausbesitzer davon abhalten, ihre Gebäude so umzubauen, dass sie CO2-neutral und bei hohem Komfort betrieben werden können. Diese sind beispielsweise hohe upfront Investitionen, unrealistische Renditeerwartungen und mangelnde Information. Die beiden letzten Hinderungsgründe hängen direkt miteinander zusammen: Wenigen Hausbesitzer ist bewusst, dass zum Beispiel eine Wärmedämmung währen 40 und mehr Jahren ihre Dienste erfüllt. Kalkuliert man jedoch richtig und schreibt man sie aber über die Lebensdauer ab, wird Klimaschutz rentabel und bezahlbar.

 

Mehr Infos

Download Präsentation «Eine neue Gebäudeenergiepolitik für die Schweiz» (PDF)

Blog «Gebäudeklimapolitik: Ein neues geflügeltes Wort?»

 

Wie funktioniert kreislauffähige Beschaffung?

Die Ansätze der Kreislaufwirtschaft bergen auch bei der Beschaffung von Gütern, Maschinen und Dienstleistungen grosse Potentiale im Bereich der Kosten- und Ressourcenoptimierung. Doch wie können solche Potentiale genutzt werden und welche Schritte sind nötig, um zusammen mit Anbietern kreislauffähige Beschaffungslösungen zu entwickeln? Anhand zweier Praxisbeispielen aus den Niederlanden gingen wir unter anderem diesen Fragen nach. 
 
In einer Einleitung erläuterte Raphael Fasko von Rytec AG den Begriff «Kreislaufwirtschaft» und stellte die verschiedenen Strategien und Wirtschaftsmodelle der Kreislaufwirtschaft vor. 
 
Godard Croon vom Beratungsunternehmen Copper8 stellte klar: Es gibt keine Patentlösung für jedes Unternehmen, wenn es um kreislauffähige Beschaffung geht! Das fange bereits bei der Definition einer «Kreislaufwirtschaft» an und gehe weit über rein technische Aspekte hinaus – der gesamte Prozess, zum Beispiel die Kooperation mit Lieferanten, sowie das Finanzierungsmodell müssen ebenso betrachtet werden. Dies habe jedoch auch den Vorteil, dass jedes Unternehmen eine für sich wirklich passende Lösung entwickeln könne. Croon gibt Unternehmen, die kreislauffähig beschaffen wollen, dafür folgende Tipps: 
  • Entscheiden Sie nicht nur nach Preis: Günstiger ist nicht immer besser. Setzen Sie jedoch einen maximalen Preis, den Sie bereit sind zu zahlen. Die Kriterien könnten z.B. so gewichtet werden: Preis 20%, Aktionsplan 45%, zirkuläre Aspekte des Produkts (z.B. Materialherkunft, Rezyklierbarkeit) 20%, gesellschaftlicher Mehrwert 15%.
  • Fragen Sie Ihren Lieferanten nach einem Aktionsplan, um zu sehen wie realistisch die vereinbarten Ziele sind. Wie funktioniert zum Beispiel die Demontage des Produkts?
  • Sie werden nicht alles von heute auf morgen ändern können, aber jede Frage, die Sie stellen, wirkt sich auf den Markt aus.
  • Kreislaufwirtschaft messen: Achten Sie auf Zertifikate (z.B. Cradle-to-Cradle), führen Sie Lebenszyklusanalysen für Ihre Produkte durch, nutzen Sie Tools wie Circular IQ
  • Bringen Sie alle Lieferanten an einen Tisch. Sollte ein Lieferant sich zunächst nicht mit dem Thema Kreislaufwirtschaft auseinandersetzen wollen, dann überlegt er es sich womöglich anders, wenn er mitbekommt, dass die Konkurrenz dies tut.
  • Sie können die kreislauffähige Beschaffung nicht im Alleingang umsetzen: Holen Sie sich Unterstützung von der Geschäftsleitung und Mitarbeitenden, die sich für das Thema Kreislaufwirtschaft begeistern können.
  • Schliessen Sie einen Rahmenvertrag ab. Dieser hat keinerlei finanziellen Wert, regelt jedoch den Abschluss weiterer Einzelverträge, zum Beispiel in dem er Qualitätsanforderungen oder etwaige Abnahmepflichten im Vorhinein festlegt. Dies bietet Ihrem Lieferanten mehr Sicherheit bei der Absatzplanung, welche ihm motivieren sollte, Ihren Ansprüchen gerecht zu werden. 
In diesen Rahmenverträgen sollte es unter anderem auch um Ambitionen gehen, ergänzt Marc Unger, Berater bei AT Osborne. Wenn die Beschaffung für jedes Projekt getrennt voneinander abgewickelt wird, bestehe zu wenig Anreiz, sich zu verbessern. Wenn man in einem Rahmenvertrag gemeinsame Ziele festlege, steige dieser hingegen. So könne man jeweils Einzelverträge für beispielsweise drei Jahre abschliessen. Wenn der Lieferant bei Vertragsablauf die Zwischenziele erreicht hat, wird ein neuer Vertrag mit höheren Zielen festgelegt usw. Weitere Informationen bezüglich solcher Kooperationen gibt es hier.
 
Des Weiteren gibt es inzwischen einige Produkte, die «as a service» angeboten werden. So zum Beispiel Philips Lighting. Hier kauft der Kunde ausschliesslich das Licht – die Verantwortung z.B. bezüglich der Wartung liegt beim Hersteller. Der Anreiz, das Produkt so langlebig und effizient zu gestalten wie möglich, steige dementsprechend. 
 
In den anschliessenden Diskussionsrunden konnten die Teilnehmenden über das Gehörte sprechen und auf ihr Geschäft beziehen. 
 

Gebäudeklimapolitik: Ein neues geflügeltes Wort?

An der Modernisierung der Gebäude führt kein Weg vorbei, wenn die Schweiz das Pariser Abkommen erfüllen will. Spätestens 2050, also in bald 30 Jahren, sollten alle Gebäude ohne CO2- Emissionen beheizt werden. Davon sind wir noch weit entfernt. Fakt ist: Europaweit hat die Schweiz den Gebäudebestand mit dem höchsten Anteil an fossilen Heizungen. Deshalb braucht die Schweiz nicht nur eine Energiepolitik für das Gebäude – sie braucht eine Gebäudeenergiepolitik.
 
Aber: Auch wenn mit Wärmepumpen bereits heute die meisten Gebäude mit deutlich tieferen CO2-Emissionen beheizt werden könnten, muss die Effizienz im Gebäudebestand parallel dazu steigen, während gleichzeitig die erneuerbare Produktion gesteigert wird. Nur so kann das Ziel des CO2 freien Gebäudeparks rechtzeitig erreicht werden.
 
Damit klimaneutrale Modernisierungen kostenoptimal durchgeführt werden können, müssen die Marktkräfte spielen. Lenkungsabgaben sind auf dem Weg dazu hilfreich. Analysen zeigen jedoch, dass dies nicht ausreicht. Genauso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass Lebenszykluskosten in der Kalkulation zur Anwendung kommen und dass möglichst transparente und aktuelle Informationen zur Verfügung stehen.
 
swisscleantech hat sich zum Ziel gesetzt, ein ergänzendes Politikfeld zu erschliessen, welches den Prozess der klimaneutralen Modernisierung unseres Gebäudebestandes beschleunigen könnte. Dabei werden bekannte und erfolgreiche politische Werkzeuge auf eine neue Art kombiniert. Absenkpfade, wie sie bei Verpflichtungslösungen im Industriebereich (Act/EnaW) zur Anwendung kommen, koppeln wir mit Risikoabsicherungen, wie sie zum Beispiel in der Form von Exportrisikogarantie zur Anwendung kommen und ergänzen sie mit Finanzierungsmechanismen, wie sie bei der Wohnbauförderung erfolgreich eingesetzt werden. Das Resultat ist ein Fonds, der helfen soll, unsere Bestandesgebäude kostenoptimal zu modernisieren.
 
Mehr Informationen zu einem solchen Modernisierungsfonds stehen in der Form eines Konzeptpapiers und einer Kurzpräsentation zur Verfügung.

Revision der Verordnung zum Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (SEFV)

Welche Sicherheiten im Rahmen der Fonds für die Stilllegung und für die Entsorgung notwendig sind, misst sich daran, wie man das Risiko von Kostenüberschreitungen einschätzt. Wer sich nicht mit den konkreten Fachfragen täglich auseinander setzt, ist nicht in der Lage, den Finanzbedarf qualifiziert abzuschätzen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Kostenüberschreitungen bei grossen Bauprojekten eher die Regel sind. Diese Informationen mahnen zur Vorsicht.

Die beiden Interessen «finanzielle Reserve» und «Bau zusätzlicher erneuerbaren Anlagen» könnten in Einklang gebracht werden, indem den Kernkraftwerksbetreibern ermöglicht wird, Finanzmittel statt auf dem Finanzplatz in Projekte zur Erstellung von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen in der Schweiz zu investieren. Beispielsweise könnte man so das Projekt Trift realisieren, welches im Moment noch nicht rentabel ist, jedoch langfristig mit Sicherheit einen wichtigen Beitrag an die Stromversorgung der Schweiz leisten wird. Man kann argumentieren, dass dieses Vorgehen für die Zukunft der Schweizer Stromversorgung besser und nicht unbedingt risikoreicher ist als die Anlagen am Finanzmarkt.