Klimataugliche Antworten auf eine neue Machtpolitik – das lieferte der swisscleantech Jahresanlass

Die Ausgangslage für die klimataugliche Wirtschaft bleibt anspruchsvoll: Der Krieg im Iran zeigt einmal mehr, welche Risiken die nach wie vor hohe Abhängigkeit von fossilen Energien für die Schweiz mit sich bringt. Ganz im Sinne von Winston Churchills «never waste a good crisis» zeigen die rasant steigenden Verkäufe von erneuerbaren Energien, Speichern oder von E-Fahrzeugen in der ganzen Welt, wie die Dekarbonisierung strategische Wachstumschancen bietet. Die Schweizer Wirtschaft muss deshalb ihre Positionierung als Vorreiterin von klimatauglichen Technologien schärfen und die Dekarbonisierung konsequent voranzutreiben.
 

Klimataugliche Geschäftsmodelle stärken die Resilienz

Die Diskussion mit André Bardow, Professor für Energie- und Prozesssystemtechnik der ETH Zürich, Pouyan Dardashti, CEO Thommen Group und Vorstand swisscleantech sowie Markus Herrmann, Managing Director China Macro Group zeigte auf, dass gerade in diesem macht- und geopolitisch herausforderndem Umfeld klimataugliche Geschäftsmodelle an Bedeutung gewinnen. Investitionen in erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und innovative Technologien leisten nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern stärken auch die Resilienz gegenüber globalen Risiken und Abhängigkeiten. Damit wird Klimaschutz zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.

Fabian Etter, Co-Präsident von swisscleantech: «Der swisscleantech Dialog 2026 brachte mehr Teilnehmende denn je zusammen. Der Bedarf an Orientierung ist gross. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass unsere Mitglieder an ihren Klimazielen festhalten und kreislauffähige Geschäftsmodelle vorantreiben. Das aktuelle geopolitische Umfeld bestärkt sie darin, ihre Abhängigkeit von fossilen Energien und Rohstoffen weiter zu reduzieren.»

Um diese Transition noch gezielter zu unterstützen, lanciert swisscleantech laufend neue Services für ihre Mitglieder. Das «Circular Innovation Lab» unterstützt Unternehmen mit einem praxisorientierten Coaching in der Entwicklung kreislauffähiger Geschäftsmodelle. Mit dem neuen «It’s now for nature» Accelerator-Programm in Zusammenarbeit mit Innovate for Nature haben swisscleantech Mitglieder die Möglichkeit, Natur- und Biodiversitätsstrategien auszuarbeiten.

Politische Rahmenbedingungen zentral für rasche Dekarbonisierung

Der Anlass zeigte einmal mehr auch die Bedeutung der politischen Rahmenbedingungen auf. Michael Mandl betonte dabei die hohe Relevanz der anstehenden Totalrevision des CO2-Gesetzes für die Zeit nach 2030. Er zeigte auf, welche Forderungen swisscleantech an die anstehende CO2-Gesetzrevision stellt: «Die vom Bundesrat angekündigte Einführung eines neuen Emissionshandelssystems für Brenn- und Treibstoffe als strategische Grundsatzentscheidung zugunsten von marktwirtschaftlichen Instrumenten ist begrüssenswert. Die Wirkung eines solchen anspruchsvollen Systemwechsels hängt aber stark von der konkreten Ausgestaltung ab. Zentral ist dabei, dass die CO2-Preise marktbasiert festgelegt werden, um die richtigen Signale an die Unternehmen zu senden. Darum sieht swisscleantech auch den angekündigten Preisdeckel kritisch.»

Zentrale Hebel für eine sichere Stromversorgung

Chris Zeyer, Co-Geschäftsführer von swisscleantech, zeigte in seinem Referat zur Stromversorgungssicherheit die zentralen Hebel und Forderungen von swisscleantech auf: Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Stromabkommen mit der EU, welches die entscheidende Einbindung der Schweiz in den europäischen Strommarkt langfristig absichert. Die Energiewende wird aber nur gelingen, wenn wir den Ausbau von allen erneuerbaren Energien beschleunigen sowie deutlich mehr in die Energieeffizienz investieren. Für die richtige Einbindung der erneuerbaren Energien sind neben dem Stromabkommen genauso der Ausbau von Speichern, mehr Digitalisierung und die stärkere Nutzung von Flexibilität – unter anderem über dynamischere Strompreise – entscheidend.

Antje Kanngiesser, CEO Alpiq und Vorstand swisscleantech, Simon Michel, CEO Ypsomed und Nationalrat FDP sowie Benoît Revaz, Direktor Bundesamt für Energie (BFE) diskutierten kontrovers darüber, ob die Schweiz mit genügender Konsequenz am Ausbau der dezentralen und erneuerbaren Energien arbeitet oder ob es letztlich nicht doch zu einem Revival der Grosskraftwerke kommt.
 

Netto-Null als Business-Treiber

Wie ambitionierte Klimaziele von Unternehmen und politische Rahmenbedingungen zusammenspielen, zeigte sich auch im Gespräch mit Helmut Ruhl, CEO von AMAG. Er erläuterte, dass die AMAG bei der Umsetzung des Netto-Null-Ziels 2040 auf Kurs sei und sich in einer umfassenden Businesstransformation befinde. Eine klare Führung, aber auch verlässliche Rahmenbedingungen und Anreize seien dafür erfolgsentscheidend.
 

Orientierung, Inspiration und Vernetzung für die klimataugliche Wirtschaft

Der swisscleantech Dialog wurde seiner Rolle als zentrale Plattform der klimatauglichen Wirtschaft in der Schweiz auch dieses Jahr gerecht. Der Anlass bietet Orientierung zu den wichtigsten Entwicklungen in der Energie- und Klimapolitik, bietet Inspiration durch konkrete Lösungsansätze und schafft Raum für Austausch und neue Kooperationen.

Damit leistet der Dialog einen wichtigen Beitrag, um die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungsketten zu stärken und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft weiter zu beschleunigen.

«Nachhaltigkeitsinitiative»: Etikettenschwindel statt Klimaschutz

Die von der SVP lancierte «Nachhaltigkeitsinitiative» klingt zumindest danach, als böte sie konkrete Lösungen für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung. Doch diese Bezeichnung ist irreführend. Es handelt sich um einen klassischen Etikettenschwindel, der komplexe ökologische Herausforderungen auf eine einfache, aber falsche Ursache reduziert – die Bevölkerungsgrösse.

Nachhaltigkeit beginnt nicht bei der Bevölkerungsgrösse, sondern beim Ressourcenverbrauch

Nachhaltigkeit bemisst sich nicht primär an der Bevölkerungsgrösse, sondern am  Ressourcenverbrauch und an den Emissionen pro Kopf. Für den Klimaschutz ist entscheidend, wie wir wirtschaften, produzieren und konsumieren – nicht wie viele Menschen in einem Land leben. Eine starre Obergrenze für die Bevölkerung greift deshalb zu kurz: Der Ansatz ist falsch, weil eine solche Obergrenze die zentralen Treiber von Emissionen – etwa Energieproduktion, Mobilität oder den Gebäudebestand – ausblendet. Darüber hinaus bietet sie keine Lösungen für die Reduktion unserer Abhängigkeit von fossilen Energien. Vor allem verkennt die Initiative, dass eine nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft durch Innovation, Effizienz und strukturelle Anpassungen bestehende Geschäftsmodelle erreicht wird – und nicht durch Abschottung.

Klimaschutz erfordert Offenheit, Innovation und Fachkräfte – nicht Abschottung

Die Schweiz treibt die Energiewende voran, um bis 2050 ihr Netto-Null-Ziel zu erreichen. Dies erfordert massive Investitionen in erneuerbare Energien, die Elektrifizierung von Verkehr und Wärme, einen umfassenden Ausbau von Infrastruktur sowie Innovationen, um auch die schwer vermeidbaren Emissionen durch CO2-Enfernung & -Speicherung zu eliminieren. All das gelingt nur mit qualifizierten Fachkräften, die in vielen Bereichen auch aus dem Ausland kommen. Eine so restriktive Zuwanderungspolitik würde den bereits bestehenden Fachkräftemangel weiter verschärfen und damit die Transformation unserer Wirtschaft verzögern.

Die Initiative gefährdet den bilateralen Weg mit der EU und das Stromabkommen

Die Konsequenzen einer Annahme wären klar: Die Schweiz müsste beim Erreichen der Grenze von 10 Millionen ständigen Einwohner*innen das Freizügigkeitsabkommen mit der EU kündigen, was automatisch die bestehenden Bilateralen Verträge infrage stellt. Damit gerät nicht nur die Migrationspolitik unter Druck, sondern das gesamte Fundament der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zur EU sowie deren Weiterentwicklung. Dies wäre nicht nur ein volkswirtschaftliches Risiko, sondern auch für die Stromversorgung der Schweiz verheerend. Die Schweiz ist physikalisch eng in das europäische Stromsystem eingebunden; ein Stromabkommen ist darum entscheidend für Versorgungssicherheit und eine erfolgreiche Energiewende.

Keine Augenwischerei, sondern echte klimataugliche Lösungen

Die «10-Millionen-Initiative» lenkt von den eigentlichen Herausforderungen ab:

  • Sie vereinfacht komplexe Umweltprobleme auf eine einzige Variable – die Bevölkerungsgrösse.
  • Sie reduziert keine einzige CO2-Emission, sondern schwächt wirksamen Klimaschutz.
  • Sie gefährdet internationale Kooperationen, die für die Versorgungssicherheit der Schweiz essenziell sind.

Die Schweiz hat gesetzlich verankerte Netto-Null-Ziele, die als Chance genutzt werden sollen, um auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Dafür benötigt sie weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen, die die Schweiz seit Jahrzehnten auszeichnen: Offenheit, Innovationskraft und internationale Vernetzung. Eine Annahme der «10-Millionen-Initiative» würde all diese zentralen Erfolgsfaktoren fahrlässig aufs Spiel setzen.

Lukas von Känel wird ab 2027 neuer Co-Geschäftsführer von swisscleantech

swisscleantech hat sich als eine führende Stimme in der Energie- und Klimapolitik etabliert. In den letzten Jahren ist der Verband laufend gewachsen – er zählt heute rund 700 Unternehmen und Verbände aus allen Branchen als Mitglieder. Dank dieser wachsenden Mitgliederbasis sowie einer steten Weiterentwicklung der Verbandsaktivitäten prägte swisscleantech diverse energie- und klimapolitischen Entscheide. Gleichzeitig wurde die Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft weiter ausgebaut; die entsprechenden Anlässe bieten Unternehmen Unterstützung und Inspiration bei der Erreichung ihrer Klimaziele.

Aufgrund der Pensionierung von Chris Zeyer im Sommer 2027 – seit der Gründung eine prägende Persönlichkeit von swisscleantech – hatte swisscleantech bereits im Sommer 2025 den Prozess zur Nachfolgeregelung lanciert. Nach einem umfassenden Auswahlverfahren wählte der swisscleantech-Vorstand einstimmig Lukas von Känel als neuen Co-Geschäftsführer. Um einen nahtlosen Übergang der laufenden Arbeiten zu garantieren, wird Lukas von Känel die Geschäftsstelle bereits ab August 2026 verstärken und nach einer Einarbeitungsphase ab Januar 2027 die Co-Geschäftsführung gemeinsam mit Michael Mandl übernehmen.

Co-Präsident Fabian Etter sagt dazu: «Es freut mich sehr, dass wir mit Lukas von Känel einen ausgewiesenen Experten im Bereich Energie und Klima gefunden haben, der dank diversen Positionen in der Wirtschaft und seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung nicht nur ein breites Fachwissen mitbringt, sondern auch die Herausforderungen der Unternehmen gut kennt. Er zeichnet sich zudem durch seinen unternehmerischen Leistungsausweis aus. Er wird wesentlich dazu beitragen, dass swisscleantech auch in Zukunft die Energie- und Klimapolitik prägt und wir unsere Mitglieder bei der Erreichung ihrer Klimaziele unterstützen.

Lukas von Känel besitzt einen Master in Umweltnaturwissenschaften (ETH) und hat in den letzten 10 Jahren diverse Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt: Er stieg bei der Renera AG vom Projektmitarbeiter über die Teamleitung bis in die Geschäftsleitung auf und trug entscheidend dazu bei, den Bereich Solar & Real Estate erfolgreich aufzubauen sowie Tochtergesellschaften in Spanien und Deutschland zu gründen. Als Mitglied der Geschäftsleitung begleitete er zusammen mit rund 25 Mitarbeitenden grosse institutionelle Investoren bei der Dekarbonisierung ihrer Immobilienportfolios in drei verschiedenen Ländern. In seiner aktuellen Anstellung als Geschäftsführer bei der Primeo Battery AG ist er verantwortlich für den Bau und den Betrieb von grossen Batteriespeichern in der Schweiz und in Frankreich.

«Mit Lukas von Känel konnten wir eine hochmotivierte Persönlichkeit für swisscleantech gewinnen, die ideal zum Team passt und die Organisation mit seiner Erfahrung weiterbringen wird. Zudem bringt er die Fähigkeiten und die Nähe zu unseren Unternehmen mit, um die Verbandsprioritäten voranzutreiben und uns in den politischen Aktivitäten zu unterstützen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm!» sagt Co-Geschäftsführer Michael Mandl.

«Ich kenne swisscleantech seit vielen Jahren als prägende Stimme für einen klimatauglichen Wirtschaftsstandort Schweiz. Die starke Vernetzung, die breite thematische Aufstellung und die hohe Glaubwürdigkeit bieten eine ideale Grundlage, um nachhaltig Impact zu erzielen. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit der Geschäftsstelle, dem Vorstand und unseren Mitgliedern daran zu arbeiten, dass swisscleantech diese wichtige Rolle auch in Zukunft erfolgreich wahrnimmt.» sagt Lukas von Känel.

Stellungnahme zur Änderung der Abfallverordnung

USG als stabiles Fundament für Branchenorganisationen

Branchenorganisationen sind besonders erstrebenswert, da sie Branchenvertretenden marktwirtschaftliche Lösungen ermöglichen: Sie sind ein liberales Instrument, um Abfallfraktionen gesondert zu sammeln und recyclen. Damit werden Kreisläufe geschlossen, Lieferketten resilienter und unsere Wirtschaft effizienter.

Es entspricht unserem Verständnis, dass – aufgrund von Art. 30b USG – Inverkehrsbringende die Möglichkeit haben, ihre Entsorgung selbst zu organisieren und damit der Markt für Entsorgungsleistungen offen bleibt.

Branchenlösungen ermöglichen es aber den Inverkehrsbringenden, Kräfte zu bündeln und Kosten solidarisch zu tragen.

Bisher sind derartige Branchenvereinbarungen rein privatwirtschaftlich organisiert. Dieser Ansatz hat den grossen Nachteil, dass es nicht möglich ist, nicht-teilnehmende Branchenvertretende verpflichtend einzubinden (Trittbrettfahrerproblematik). Diese «Freerider» müssen keine Entsorgungskosten tragen und profitieren dennoch von den Abfallsystemen der zahlenden Mitbewerbenden. Die Änderung des USG hatte zum Ziel, diese Problematik zu beseitigen: Branchenorganisationen sollen offiziell anerkannt werden können, womit sämtliche Branchenvertretende verpflichtet werden, entweder einen vorgezogenen Recyclingbeitrag auf ihre Produkte zu erheben, der die Finanzierung der Organisation gewährleistet (vgl. Art. 32ater USG), oder selbst eine vergleichbare Lösung zu realisieren (Art 30b USG).

Unbefriedigende Verordnungsumsetzung

Diese Absichten des USG unterstützten wir bei der Gesetzesrevision und wir stehen weiter hin dahinter. Die Umsetzung auf Verordnungsebene ist dennoch herausfordernd, da eine pragmatische Balance in folgendem Spannungsfeld gefunden werden muss:

  1. Legitime Teilnahmeverpflichtung von Nichtmitgliedern (Trittbrettfahrerproblematik)
  2. Legitime Regulierung der Branchenorganisation durch die Verwaltung

Die Vernehmlassungsvorlage löst dieses Spannungsfeld nicht optimal. Nach unserer Ansicht ist der gewählte Ansatz über ein paritätisches Gremium eine lähmende Überregulierung, die dazu führen wird, dass das Instrument nicht die notwendige Kraft entfalten kann. Entstehende und existierende Branchenlösungen werden – trotz Herausforderungen mit Trittbrettfahrenden – vermutlich darauf verzichten, sich anerkennen zu lassen. Gleichzeitig steigt der Behördenaufwand durch die Kontrolle. Damit wird das ursprüngliche Ziel des USG verfehlt.

Der Städteverband1 zählt ebenso zu unseren Mitgliedern und hat berechtigte Vorbehalte aus gegensätzlicher Perspektive. Mit den anerkannten Branchenorganisationen entstehen neue, gewichtige Player, die über Art. 32ater USG zusätzliches Gewicht bekommen. Dies legt nahe, dass Kontroll- und Korrekturmassnahmen geschaffen werden, die den legitimen Interessen der Städte entgegenkommen. Dabei ist jedoch auf schlanke, privatwirtschaftliche Mechanismen zu setzen. Der vorgeschlagene Weg spiegelt dieses Bedürfnis nicht wider.

Entsprechend empfiehlt swisscleantech, den Entwurf zurückzuziehen. Stattdessen schlagen wir vor, in einem gemeinsamen Prozess eine Lösung zu erarbeiten, die beide Interessen befriedigt.

Stellungnahme zur Änderung der Gewässerschutzverordnung

Wir bewerten die Differenzierung zwischen oberflächennahen und tiefliegenden unterirdischen Gewässern positiv (Anhang 2 Ziff. 21 Abs. 3). In oberflächennahen Systemen bleiben klare Temperaturanforderungen bestehen, wobei Ausnahmen für Anlagen mit hohem Dekarbonisierungspotential möglich sind. In tiefen Systemen mit natürlich > 20 °C wird die starre 3-°C Regel aufgehoben und durch eine Einzelfallbeurteilung mit geeigneten Schutzauflagen ersetzt. Das reduziert Rechtsunsicherheiten, bestärkt die Entwicklung von Tiefengeothermie- und saisonalen Speicherprojekten und bleibt mit dem Gewässerschutz vereinbar. Zusätzlich begrüssen wir die Möglichkeit von Ausnahmen vom 100-m-Radius (Anhang 2 Ziff. 21 Abs. 3ter).


Ebenfalls positiv werten wir die Präzisierung, dass Schutzbereiche und Grundwasserschutzzonen in ihrer Höhe und Tiefe begrenzt werden können (Art. 32 Abs. 4) – eine Praxis, die in den Kantonen bereits verbreitet ist und planungsrechtliche Klarheit schafft. Gleichzeitig unterstützen wir hohe Anforderungen an Monitoring und Nachweise im Bewilligungsverfahren (Anhang 3.4, Ziff. 1), plädieren aber für Regulierung mit Augenmass und für kantonsübergreifende Kohärenz.

Stellungnahme zur Teilrevision des Fernmeldegesetzes im Bereich Mobilfunk

Eine leistungsfähige, verlässliche und zukunftstaugliche Mobilfunkinfrastruktur bildet eine wesentliche Grundlage für die Energiewende und die Erreichung der Klimaziele der Schweiz. Sie ermöglicht unter anderem den Betrieb intelligenter Stromnetze (Smart Grids), das Management von Flexibilitäten, die Integration von Speichern sowie den weiteren Ausbau der Elektromobilität.

Die vorgeschlagene Entkopplung des Immissionsschutzes vom ordentlichen Baubewilligungsverfahren schafft praxistaugliche und verhältnismässige Rahmenbedingungen, ohne das bestehende Schutzniveau für Bevölkerung und Umwelt zu senken. Sie erlaubt es, technologische Erneuerungen im Mobilfunk rascher umzusetzen und energieeffizientere Netztechnologien schneller in Betrieb zu nehmen.

Energiewende – Zentraler Beitrag zur Resilienz der Schweiz

Am 24. März hat die Axpo ihre Energy Reports veröffentlicht, die in der Zwischenzeit intensiv diskutiert wurden. Wie bei allen ähnlichen Studien in der Vergangenheit zeigt sich einmal mehr, dass die Ergebnisse das Resultat von spezifischen Annahmen sind, die je nach Gewichtung anders gesetzt werden könnten und jeweils zu anderen Schlüssen führen. Anstatt vermehrt neue Ansätze mit Bestehendem zu verbinden, erkennen wir bei der Studie der Axpo ein Festhalten an alten Lösungen wie Grosskraftwerken, die für die zukünftige Energiewelt nicht zwingend notwendig sein werden. Die Dezentralität der neuen Energieversorgung sollte als Stärke und nicht als Belastung verstanden werden. Dezentralität gut integriert, kann Kosten senken und Resilienz erhöhen. Dazu müssen aber die richtigen Rahmenbedingungen bereitgestellt werden. 

Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz: Kurs halten!

Damit die Schweiz auch künftig einen grossen Teil ihres Stroms selbst produziert und gleichzeitig der Ausstieg aus den fossilen Energien gelingt, muss der Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent vorangetrieben werden. Auch wenn es von gewissen Akteuren anders dargestellt wird, zeigt der aktuelle Monitoring-Bericht des Bundesamtes für Energie: Der Umbau des Schweizer Energieversorgungssystems schreitet voran – hauptsächlich bei der Photovoltaik ist die Schweiz gut unterwegs. Tatsächlich schätzen wir das Potenzial für die Stromproduktion – insbesondere auch im Winter – als sogar noch deutlich höher ein als die Axpo. Eine Produktion von 10 TWh Winterstrom aus PV bis 2050, wie in der Studie im Erneuerbar-Szenario angenommen, scheint uns zu pessimistisch.

Die Aussage der Axpo, der Zubau von PV sei für die Winterproduktion zu teuer, ist volkswirtschaftlich nicht korrekt. Denn die Solarenergie senkt im Sommer, wenn sie zum Hauptversorger wird, dank günstiger Produktionskosten die Strompreise insgesamt und trägt auch im Winter erheblich zur Stromversorgung bei. Auch die Aussage, die Solarenergie würde die Kosten der Netze zusätzlich erhöhen, stimmt nur, wenn man eine Reihe von Möglichkeiten von vornherein ausblendet: So führt die dezentrale Produktion gerade in Kombination mit dem Rollout der Elektromobilität und der Dekarbonisierung der Heizungen zu einer Kostendämpfung beim Ausbau des Stromnetzes, wie eine Studie der ETH kürzlich nachgewiesen hat.

Damit das neue Stromsystem diese Dezentralität optimal nutzen kann, spielen der Zubau von Speichern wie Batterien und der Ausbau des Demand-Side-Managements eine wichtige Rolle. So kann der notwendige Ausbau des Stromnetzes trotz des Wachstums der Nachfrage gebremst werden. Anders als durch Axpo dargestellt, wird damit die dezentrale Produktion – insbesondere von Solaranlagen auf Gebäuden und an Fassaden – zu einem kostendämpfenden Faktor. Dafür müssen aber klare Bedingungen erfüllt werden, wie zum Beispiel, dass im Sommer nicht jede Kilowattstunde im Stromnetz aufgenommen werden kann. Dies wiederum gibt Anreize für systemdienlich betriebene Speicher. 

Gefordert sind speziell Stromlieferanten und Netzbetreiber, die in diesem System eine Schlüsselrolle einnehmen. Mehr Wettbewerb, eine vollständige Marktöffnung und neue Geschäftsmodelle sind entscheidend, um Innovation und Effizienz im Verteilnetz voranzutreiben. Dabei muss primär darauf geachtet werden, dass sich alle Marktteilnehmer möglichst systemdienlich verhalten. Die Energie muss dann günstig sein, wenn viel davon vorhanden ist, und Netzgebühren müssen gleichzeitig abbilden, ob das Netz frei ist, oder an der Überlastungsgrenze arbeitet. Dafür braucht es generell flexiblere Stromtarife.

Oft unterschätzt, aber zentral ist zudem die Energieeffizienz. Dies gilt auch für den Winterstromverbrauch. Die Kombination von Energieeffizienz im Gebäude und Dekarbonisierung der Heizungen durch Wärmepumpen bringt den Klimaschutz voran und dämpft die Anforderungen an den Ausbau der Winterproduktion oder den Bedarf an Importen.

Bessere und schnellere Bewilligungsverfahren sind entscheidend

Richtig ist hingegen, dass bei der Windenergie deutlicher Nachholbedarf besteht. Da die Windkraft im Winter viel Strom produziert, ist sie die ideale Ergänzung zur Laufwasserkraft und zur Solarenergie. Auch das wurde in vielen bisherigen Studien aufgezeigt. Wichtig ist aber auch der weitere Ausbau der Wasserkraft, wie das mit den 16 Projekten des Stromgesetzes angedacht ist. Speicherkraftwerke sind dank ihrer Flexibilität unverzichtbare Elemente einer erneuerbaren Stromversorgung.

Voraussetzung für den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion wie auch für den Netzausbau sind schnellere und trotzdem saubere Bewilligungsverfahren. Dabei muss die Rechtsstaatlichkeit geschützt bleiben. Denn breit akzeptierte Projekte sind für die demokratische Legitimation des Ausbaus entscheidend.

Gleichzeitig gilt es, dem «Not in my Backyard»-Syndrom entschieden entgegenzutreten. Tatsache ist, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in vielen Fällen bereits heute so ausgestaltet sind, dass eine Einsprache gegen gut geplante Projekte selten Erfolg hat. Insbesondere bei der Windenergie kann zusätzlich durch Bürgerbeteiligungen im Vorfeld viel Goodwill gewonnen werden.

Entscheidend wird aber in Zukunft sein, wie schnell Bewilligungsverfahren über die Bühne gehen. Mit dem neuen Stromgesetz und dem Erlass für beschleunigte Bewilligungsverfahren sind die regulatorischen Rahmenbedingungen grundsätzlich gesetzt. Es gibt jedoch berechtigte Zweifel daran, dass die Umsetzung schnell genug gelingt, weil die notwendigen Fachkapazitäten für eine schnelle Behandlung fehlen. Es reicht nicht aus, im Gesetz eine Frist von 6 Monaten pro Bewilligungsstufe festzuschreiben. Man muss auch sicherstellen, dass eine ausreichende Anzahl an Experten für die Behandlung dieser Verfahren bereitsteht. Hier sind speziell die Kantone in der Pflicht, die nach unten auf Gemeindeebene mit Fachkräften aushelfen können und nach oben für die Bundesebene gute Grundlagen bereitstellen.

Mythos Grosskraftwerke

Wie viele Studien vor ihr kommt auch die neue Axpo-Studie zum Schluss, dass ein rascher Ausbau der erneuerbaren Energien der Schlüssel für eine nachhaltige Energiezukunft ist. Es erschliesst sich jedoch nicht, wie sich aus den Analysen die Notwendigkeit für den Betrieb von Gaskraftwerken am Strommarkt ableiten lässt. Auf die in der Studie ausgewiesenen 3 TWh Produktion aus Gaskraftwerken kann durch eine geschickte Kombination der oben geschilderten Säulen bestens verzichtet werden – ohne Einbusse bei der Versorgungssicherheit. Gerade dank der grossen flexiblen Produktion aus Speicherseen und der physischen Einbindung in das europäische System ist die Schweiz hier hervorragend aufgestellt.

Tatsache ist zudem, dass ein Betrieb von Gaskraftwerken mit Erdgas nicht mit den gesetzlich festgelegten Netto-Null-Zielen der Schweiz in Einklang gebracht werden kann. Der Betrieb mit erneuerbaren Gasen oder unter Abscheidung mit CO₂‑Entfernung/Speicherung (CCS) würde – wie die Axpo selbst festhält – teuer und bleibt unsicher. Der Einsatz von Gaskraftwerken ist somit zu minimieren – wenn dann, sollen sie nur als Reservekraftwerke dienen. Wie Analysen von swisscleantech und der ZHAW (Studie) nachweisen, ist aber nicht einmal gesichert, ob gasbetriebene Reservekraftwerke aufgrund bestehender Kapazitäten und unter Einbezug von Notstromgruppen und einer Verbrauchsreserve überhaupt notwendig sind.

Ähnliches gilt auch für den Bau neuer Kernkraftwerke. Richtig ist, dass der Weiterbetrieb der aktuellen Kernkraftwerke sinnvoll und wichtig ist, solange die Sicherheit gegeben ist. Es besteht aber ein Restrisiko, dass der Langzeitbetrieb trotz aller Bemühungen technisch oder wirtschaftlich nicht lange genug möglich ist. Umso wichtiger ist es, dass in jedem Fall der Ausbau der erneuerbaren Energien mit voller Kraft vorangetrieben wird. Das gilt auch für ein Neubauszenario. Weil der Bau eines Kernkraftwerks mindestens 25 Jahre dauert, ist der Neubau keine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Stromversorgungssicherheit.

Der Bau eines neuen KKW wäre aber vor allem auch eine ökonomische Herausforderung. Ein neues Kernkraftwerk, welches gegen 2050 ans Netz gehen könnte, müsste in jedem Fall in einem ökonomisch herausfordernden Umfeld produzieren. Während eines Grossteils des Jahres werden die Strompreise aufgrund der Präsenz der erneuerbaren Energien so tief sein, dass die Stromproduktion des KKW massiv subventioniert werden müsste. Stellt man die Kernkraftwerke in dieser Zeit hingegen ab, verschlechtert sich der Business Case sofort rapide. Neue Kernkraftwerke rechnen sich nur, wenn sie das ganze Jahr über betrieben werden können. Wirtschaftlich wäre der Neubau also für die Schweiz und die Betreiber ein ungünstiges Szenario. Über die Frage, ob sich damit neue unbequeme Abhängigkeiten bei der Versorgung mit Uran und der Entsorgung von Abfällen ergeben, haben wir hier noch nicht einmal gesprochen. 

Stromabkommen: Unverzichtbar für die Versorgungssicherheit

Trotz gewisser Differenzen bezüglich der Notwendigkeit von Grosskraftwerken, zeigen alle relevanten Studien und Szenarien klar: Der grenzüberschreitende Stromaustausch ist in der Schweiz für eine ökonomisch attraktive Sicherung der Stromversorgung unverzichtbar. In einer erneuerbaren Welt mit einem grossen Anteil an wetterabhängiger Produktion ist der flexible und reibungslose Austausch über die Grenze hinweg besonders wichtig. Deshalb benötigt die Schweiz ein Stromabkommen mit der EU – als zentrale Voraussetzung für eine sichere, finanzierbare und zukunftsfähige Stromversorgung, die für die Erreichung des Netto-Null-Ziels unerlässlich ist. Die Energiewende in Europa schreitet rasch voran, und die regulatorischen Rahmenbedingungen der EU entwickeln sich kontinuierlich weiter. Ein «Weiter wie bisher» gibt es nicht. Ohne Abkommen wird sich die Versorgungssicherheit nicht verbessern, sondern verschlechtern.

Energiewende ist machbar

Swisscleantech ist überzeugt: Trotz grosser Herausforderungen ist die Energiewende machbar. Die Instrumente sind weitgehend vorhanden und der Kurs ist grundsätzlich richtig. Finanziell wird die dafür notwendige Transformation für alle Akteure eine grosse Herausforderung. Deshalb müssen auch lieb gewonnene Gewohnheiten wie die garantierte Abnahme von Strom aus Solaranlagen oder auch die unverbaute Sicht auf den freien Horizont hinterfragt werden. Stromversorgungsunternehmen müssen neue Businessmodelle entwerfen, ausprobieren und wohl in vielen Fällen auch wieder verwerfen. Die Schweiz wird ihren Strommarkt gegenüber Europa öffnen müssen, wenn sie sich von viel riskanteren Abhängigkeiten bei den fossilen Energien befreien will. Eine grosse Herausforderung dürfte auch die Umsetzung der Beschleunigungserlasse für Anlagen und Stromleitungen werden. Ja, die Energiewende ist «Work in Progress». Aber – wie auch die Empfehlung der Axpo-Studie zeigt – nach wie vor die beste Option.

Stellungnahme zur Änderung der Klimaschutz-Verordnung

Es ist richtig, dass die zentrale Bundesverwaltung Netto-Null 2040 erreichen muss und dass dabei vor- sowie nachgelagerte Emissionen schrittweise zu berücksichtigen sind. Ebenfalls begrüssen wir die Vorgaben weitestgehend, die für die Emissionsreduktionen von Kantons- und dezentralen Bundesverwaltungen sowie die bundesnahen Betriebe gemacht werden. Ferner sind die in Art. 30d VE-KlV vorgesehenen Fahrpläne begrüssenswert. Bund und Kantone übernehmen – durch die enge Anlehnung an die Fahrpläne der Unternehmen (vgl. Art. 5 KlG) – eine methodische Vorbildfunktion.

Deshalb begrüssen wir die Vernehmlassungsvorlage insgesamt. In folgenden Bereichen erwarten wir jedoch Verbesserungen (Details siehe Stellungnahme):

  • Öffentliche Beschaffung
  • Nachhaltige Baustoffe
  • Finanzierung von Infrastrukturen
  • Klarheit für «kantonsnahe Betriebe»
  • Ausnahmen vom Netto-Null-Ziel 2040
  • Spezifikation zu Negativemissionstechnologien (NET)
  • Transparenz

Mit den Neumitgliedern Coop, Denner und Migros stärkt swisscleantech die klimataugliche Wirtschaft

Gemessen an den über 340’000 Beschäftigten ist der Detailhandel die grösste privatwirtschaftliche Branche und zählt auch umsatzmässig zu den grössten Wirtschaftszweigen der Schweiz. Die Mitglieder der IG Detailhandel – Coop, Denner und Migros – haben in den letzten 10 Jahren Investitionen in der Höhe von 30 Mia. CHF getätigt und tragen entscheidend zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung bei. Diese Zahlen zeigen eindrücklich, wie wichtig der Detailhandel für die Schweizer Volkswirtschaft ist. Umso mehr freut uns der Entscheid der IG Detailhandel, Mitglied von swisscleantech zu werden.

Starkes Engagement für CO2-Reduktion in der Lebensmittelbranche

Die Mitglieder der IG Detailhandel haben in den vergangenen Jahren viel in den Klimaschutz investiert und sich auch öffentlich für eine ambitionierte Umsetzung des Pariser Abkommens über das CO2-Gesetz in der Schweiz eingesetzt. Als Mitglied der Kampagne für das Klimaschutzgesetz, bei der swisscleantech im Co-Lead die Wirtschaftskampagne verantwortete, haben sie sich für eine ambitionierte Klimapolitik eingesetzt. Damit die im KIG verankerten Netto-Null-Ziele auch in die Praxis umgesetzt werden, engagieren sich Coop, Denner und Migros nicht nur in ihren eigenen Betrieben, sondern auch im Klimabündnis Lebensmittel für konkrete Lösungen zur weiteren Senkung von Treibhausgas-Emissionen. Gemeinsam mit über 20 Organisationen und Unternehmen aus der Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel setzen sie ein klares Zeichen zur Verringerung des ökologischen Fussabdrucks von Lebensmitteln in Richtung Netto-Null.

Klimaschutz als unternehmerische Chance

Die Mitglieder von swisscleantech verstehen Klimaschutz nicht nur als Herausforderung, sondern als Chance für die Schweizer Wirtschaft. Diese Optik nehmen auch die Mitglieder der IG Detailhandel ein und verstärken damit unser gemeinsames Engagement für eine klimataugliche Wirtschaft – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

«Wir freuen uns, die Interessen in der Klimapolitik zu bündeln und gemeinsam mit swisscleantech die politischen Rahmenbedingungen klima- und wirtschaftstauglich zu gestalten.»

Mario Irminger, Präsident IG Detailhandel


«Mit Coop, Migros und Denner schliessen sich prägende Akteure des Schweizer Detailhandels swisscleantech an. Die drei Unternehmen setzen glaubwürdige, ambitionierte Klimaziele um und gehen voran. Ihr Beitritt zeigt, dass swisscleantech zur zentralen Plattform geworden ist, um gemeinsam den Weg zu einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu gestalten und die politischen Rahmenbedingungen zu prägen.»

Fabian Etter, Co-Präsident swisscleantech

Über die IG Detailhandel Schweiz
Die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz wurde im Jahr 2006 gegründet und bringt die gemeinsamen politischen Interessen der Schweizer Unternehmen Coop, Denner, Migros in den Meinungsbildungsprozess ein. Die Mitglieder der IG Detailhandel generieren zusammen einen Umsatz von knapp 70 Milliarden Schweizer Franken und gehören mit gegen 200’000 Mitarbeitenden zu den grössten Arbeitgebenden der Schweiz

Das Stromabkommen: Entscheidend für Netto-Null und die Versorgungssicherheit

swisscleantech hat sich bereits in der Vernehmlassung klar hinter das Gesamtpaket sowie das für uns zentrale Stromabkommen gestellt. Die umfangreiche Konsultation der swisscleantech-Mitglieder war eindeutig unterstützend. Mit der Botschaft des Bundesrates geht diese wichtige Vorlage in die parlamentarische Beratung, in der sich swisscleantech weiterhin klar für das Stromabkommen aussprechen wird.

Das Stromabkommen verbessert die Versorgungssicherheit der Schweiz nachhaltig

Das Abkommen stellt sicher, dass die Schweiz künftig besser in das europäische Stromnetz eingebunden ist und insbesondere in den Wintermonaten auf Importe zurückgreifen kann. Auch aufgrund der laufenden Weiterentwicklung des europäischen Strommarktes senkt die vertraglich geregelte Zusammenarbeit das Risiko von Engpässen und Netzinstabilitäten. Das Abkommen schafft einen verbindlichen Rahmen, der Planungssicherheit bietet und gleichzeitig die Kontrolle über die eigene Energieinfrastruktur wahrt – ein essenzieller Bestandteil für eine sichere Stromversorgung.

Das Stromabkommen wirkt langfristig preisdämpfend

Der geregelte Zugang zum europäischen Strommarkt stärkt den Wettbewerb, verhindert unnötige Zusatzkosten für Reservekraftwerke und senkt die Kosten beim Ausbau der Stromnetze. Davon profitiert die Wirtschaft ebenso wie Haushalte und öffentliche Einrichtungen – mit stabileren und besser planbaren Strompreisen.

Das Stromabkommen als zentraler Hebel für die Energiewende

Der flexible Austausch von Strom mit unseren Nachbarländern erleichtert den Ausbau erneuerbarer Energien und senkt die Kosten für deren Integration ins Stromnetz. Gleichzeitig werden Innovationen und neue Technologien gefördert. Ohne diesen Marktzugang wird die Energiewende langsamer und teurer. Mit dem Abkommen wird auch die strategische Rolle der Wasserkraft langfristig gestärkt. Als Rückgrat der Schweizer Stromversorgung erhalten die Wasserkraft-Betreiber durch das Abkommen besseren Zugang zu den europäischen Märkten, was Investitionen erleichtert und stabile Erträge ermöglicht. Gleichzeitig bleibt die Hoheit über Konzessionen weiterhin bei Kantonen und Gemeinden.

Das Stromabkommen als Schlüssel für das Netto-Null-Ziel

Für swisscleantech ist klar: Das Stromabkommen bringt einen klaren volkswirtschaftlichen Nutzen und ist unerlässlich für die Erreichung des Netto-Null-Ziels. Es verbindet Versorgungssicherheit mit stabileren Preisen, stärkt den Wirtschaftsstandort Schweiz und reduziert so langfristig die Abhängigkeiten von fossilen Energien – ein zentraler Hebel, um die Resilienz der Schweizer Wirtschaft zu stärken. In einer Zeit zunehmender Unsicherheiten sorgt das Abkommen für Stabilität, Handlungsspielraum und strategische Unabhängigkeit.