Wir suchen: Praktikant*in Politik 80 – 100%

Als Wirtschaftsverband vereinen wir klimabewusste Unternehmen. Gemeinsam mit unseren über 500 Mitgliedern bewegen wir Politik und Gesellschaft für eine CO2-neutrale Schweiz. Wir sind Themenführer in Energie- und Klimapolitik und zeigen Lösungen für eine klimataugliche Wirtschaft auf. In den acht Monaten hast du die Gelegenheit, die schweizerische Klimapolitik in der Praxis kennen zu lernen und dich mit verschiedenen Dossiers von der Energiepolitik über die Klimapolitik bis zur Kreislaufwirtschaft auseinanderzusetzen.

Während des Praktikums wirst du

  • Stellungnahmen und Newsletter vorbereiten und finalisieren
  • Anlässe für Politiker*innen und andere Stakeholder organisieren
  • Stakeholder Treffen organisieren und daran teilnehmen
  • Positionspapiere draften
  • … und die Details der Lobbyarbeit kennen lernen.

Wir erwarten folgendes: Du

  • verfügst über ein abgeschlossenes oder weit fort geschrittenes Studium im Bereich Politikwissenschaft mit einer Vertiefung in Umweltpolitik (oder vergleichbare Ausbildung)
  • bist kommunikativ und es fällt dir leicht mit anderen Leuten Kontakt zu knüpfen
  • bist gewohnt sehr eigenständig zu arbeiten
  • bist bereit zu vollem Engagement für eine begeisternde Sache
  • hast allenfalls bereits Erfahrung in Politik auf lokaler Ebene oder in Jugendparlamenten

Wir bieten

  • eine spannende, eigenständige, verantwortungsvolle Praktikumsstelle
  • die Möglichkeit, sich für die klimataugliche Wirtschaft einzusetzen
  • vielfältige Einblicke in die Wirtschaft und in die Klimapolitik der Schweiz

Bewirb dich bis zum 30.11.2021 mit vollständigem Lebenslauf und Motivationsschreiben an bewerbung@swisscleantech.ch.  

Nach dem Klimagipfel: Mangel an internationaler Solidarität und nationalem Engagement

Desaströs ist nicht die Konferenz von Glasgow, es ist die Klimapolitik der teilnehmenden Länder, die nicht genügt. Die Organisation Climate Action Tracker weist nach, dass kaum eine Nation auf der ganzen Welt über eine Klimapolitik verfügt, die mit dem Pariser Klimaabkommen im Einklang steht. Auch die Schweiz steht nicht besser da: Mit dem Nein zum CO2-Gesetz gehört sie vielmehr zu den wenigen Ländern, die keine verbindlichen Pläne zur Erreichung ihrer klimapolitischen Ziele vorweisen können.

Die Vorwürfe an China und Indien sind aus zwei Gründen scheinheilig: Erstens ist auch der Wohlstand von uns Industriestaaten wesentlich auf fossile Rohstoffe zurückzuführen – eine schwache Position, um mit dem Finger auf andere zu zeigen, die noch weit unter diesem Wohlstandsniveau liegen.

Zweitens verursachen wir mit unserem nationalen Konsum auch die Emissionen von China und Indien mit. Tatsächlich verursacht unser Konsum in den Ländern, in welchen unsere Güter hergestellt werden, etwa doppelt so viele Emissionen, wie wir in der Schweiz verursachen. Dass wir uns gleichzeitig dafür einsetzen, den Handel mit Klimazertifikaten voranzutreiben, um in der Schweiz weniger Emissionen reduzieren zu müssen, grenzt damit an Heuchelei.

Natürlich muss man der Schweiz zugutehalten, dass sie sich sehr stark dafür engagiert, dass dieser Handel zumindest nach transparenten Regeln erfolgt. Trotzdem ist das Ziel, einen erheblichen Teil der Schweizer Emissionen im Ausland zu kompensieren nur der Ausdruck davon, dass das Ausmass der Klimakrise in der Schweizer Bevölkerung immer noch zu wenig bewusst ist. Wie soll die offizielle Schweiz an den Verhandlungen eine ambitioniertere Position einnehmen, wenn ihr zu Hause die Rückendeckung des Stimmvolks fehlt? Damit ist die Schweizer Positionierung gar nicht so anders als diejenige von China, Indien, Russland oder Saudi-Arabien. Sie alle wissen: Eine ambitionierte Klimapolitik ist kurzfristig ein Klimmzug, den sie nicht leisten wollen. Dabei verlieren sie aus den Augen, dass der langfristige wirtschaftliche Gewinn gross und der Weg in eine klimataugliche Zukunft ohne Alternative ist.

Unter dem Strich bestätigt die Klimakonferenz in Glasgow vor allem eines: Die oft eingeforderte weltweite Solidarisierung fehlt bis heute – obwohl wir wissen, dass alle im gleichen Boot sitzen. Für die Bewältigung der Klimakrise bleiben damit vor allem zwei Mittel: Ambitionierte CO2-Reduktionen im eigenen Land und der Ausbau der globalen Kooperation. So ist zumindest die gemeinsame Erklärung von China und den USA zu mehr Zusammenarbeit im Klimaschutz ein Lichtblick.

Zum Klimagipfel der UNO: Nationales Engagement statt internationaler Ernüchterung

Wer Gelegenheit hatte, Teil dieser Verhandlungen zu sein, wird die Erwartungen zwangsläufig tiefer ansetzen. 2016 und 2017 hatte ich das Privileg als, Vertreter der Schweizer Wirtschaft an den Klimaverhandlungen von Marrakech und Köln teilzunehmen. Als Teil der Schweizer Delegation durfte ich so direkt Teil der Verhandlungen sein und aktiv mitgestalten. Meine Erinnerung daran: Es ist unheimlich aufwendig, in solchen Verhandlungen Fortschritte zu erzielen. Dies ist nicht weiter erstaunlich: Als das Pariser Klimaabkommen 2015 verabschiedet wurde, einigte man sich auf eine relativ grobe Struktur. Heikle Punkte – wie beispielsweise die Transparenz und Verbindlichkeit der Landesziele – wurden nur sehr summarisch festgehalten und zum Teil auch vollständig den nachfolgenden Verhandlungen überlassen. Dieses Vorgehen mag von aussen betrachtet problematisch erscheinen. Es war jedoch die einzige Möglichkeit, im Rahmen der Verhandlungen ein tragfähiges Resultat zu erreichen.

In den nachfolgenden Verhandlungen wurde versucht, dem Pariser Klimaabkommen mittels dem «Paris Rulebook» eine verbindliche Struktur zu verleihen. Eine grosse Herausforderung, weil  die Interessen der Länder zum Teil stark auseinandergehen. Kulturelle, politische und juristische Unterschiede und unterschiedlich gelagerte wirtschaftliche Interessen sind in Einklang zu bringen. So standen an den beiden Verhandlungen, an denen ich teilnehmen durfte, einzelne Sätze zur Diskussion, die bis zum detaillierten Wortlaut verhandelt wurden. In dem Verhandlungsstrang, den ich betreuen durfte, ging es darum, einen Abschnitt von rund zehn Zeilen zu bereinigen. Mir bleibt der Eindruck, dass wir in diesen zwei Wochen kaum Fortschritte erzielten – trotz der Kürze dieses Abschnitts. Aber diese zehn Zeilen hatten es in sich: Es ging darum, wer welche Verantwortlichkeiten im Reporting der Emissionsreduktionen innehaben sollte. Meine Ernüchterung war gross, gleichzeitig wurde mir aber auch klar, warum es so schwierig ist, dass sich die Länder auf einen international bindenden Vertrag einigen. Seither scheint es mir, dass die Verhandlungen nicht wirklich vom Fleck gekommen sind. Zwar wurde das Paris Rulebook an den Verhandlungen von Katowice 2018 verabschiedet, einzelne Details bleiben aber bis heute ungeklärt.

Nichtsdestotrotz bleiben internationale Klimaverhandlungen notwendig und wichtig, wir müssen uns aber im Klaren sein, dass letztlich die nationale Klimapolitik der jeweiligen Länder die Geschwindigkeit in der Umsetzung bestimmt. Nicht zuletzt, weil die beschlossenen Massnahmen gegen die Klimakrise letzten Endes stark auf der Freiwilligkeit der Länder basieren – nur unter dieser Vorbedingung können die Verhandlungen überhaupt zum Abschluss kommen. Aufgrund der Souveränität der einzelnen Länder ist es sehr schwierig, verbindlichere Massnahmen durchzusetzen – das gilt insbesondere für diejenigen Nationen, die sich bisher gegen sämtliche Klimaschutzverpflichtungen sträubten.

Die Verantwortung für einen griffigen Klimaschutz bleibt deshalb auf nationalen Schultern verteilt. Und die Vorbildfunktion der industrialisierten Länder darf nicht unterschätzt werden. Sie sind es, die in der Vergangenheit für den grössten Teil der Emissionen verantwortlich sind und sie haben die Aufgabe und auch die Möglichkeiten, gemeinsam den Weg für die anderen Länder aufzuzeigen.

Was wir heute aus ökonomischer Sicht wissen: Massnahmen gegen die Klimakrise können ein starker wirtschaftlicher Motor sein – unter der Voraussetzung, dass die Wirtschaft die richtigen Rahmenbedingungen hat. Dafür müssen sich Akteure in der Schweiz wie im Ausland aktiv einsetzen. Und deshalb ist auch der Aufruf der Wirtschaft letztlich wegweisend. Aber es reicht nicht, auf dem internationaler Ebene Forderungen zu stellen. Die Wirtschaft muss sich in die nationale Klimapolitik einbringen und klare klimataugliche Rahmenbedingungen fordern.

Wollen Sie sich für die Schweizer Klimapolitik engagieren? Werden Sie Mitglied von swisscleantech und unterzeichnen Sie CEO4climate und demonstrieren damit ihr Engagement für eine Paris-kompatible Schweizer Klimapolitik.

Acht Massnahmen für eine zukunftssichere Schweizer Stromversorgung

1.

Stromeffizienz steigern

Wer die Stromversorgungslage verbessern will, muss in erster Linie die Stromeffizienz fördern – das ist die unbestritten effektivste Massnahme. Weil die Versorgung im Winter besonders kritisch ist, muss vor allem auch dafür gesorgt werden, dass Widerstandsheizungen mit Strom möglichst schnell durch erneuerbare Heizungen ersetzt werden.  

2.

Ausbau der erneuerbaren Energie beschleunigen

Sämtliche nicht-erneuerbaren Energietechnologien sind vom Ausland abhängig und mit erheblichen Umweltrisiken verbunden. Eine Diversifizierung der Energieversorgung ist notwendig, die den Schwerpunkt auf die erneuerbaren Energien legt und diese flexibel ergänzt. Die Herausforderung liegt in der Übergangszeit, während der das Angebot an erneuerbaren Energien noch knapp ist. Gerade deswegen muss der Ausbau der erneuerbaren Energien jetzt vorangetrieben werden. Nur so gelingt es, die Schweizer Energieversorgung langfristig sicherzustellen.

Effiziente Fördermechanismen mit Schwerpunkt auf der Winterstromversorgung und beschleunigte Bewilligungsverfahren sind zwingende Voraussetzungen für eine klimataugliche und verlässliche Stromversorgung. Dies gilt insbesondere für die Windenergie, aber auch für Wasserkraftprojekte mit grossem Potential.

3.

Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt so lange am Netz behalten, wie sie sicher sind

Die Kernkraftwerke in Gösgen und Leibstadt verfügen über ein Doppelcontainment und damit über das wichtigste passive System für einen langfristig sicheren Betrieb. Sollten sich Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit aufdrängen, sind diese von den Betreibern einzufordern. Eine finanzielle Unterstützung vom Staat kann in der Form einer Versicherung für nicht amortisierte Investitionen angeboten werden. Dafür ist eine geeignete Prämie einzuziehen. Eine solche Versicherung würde Restkosten übernehmen, die entstehen, wenn die Anlage aus anderen Sicherheitsbedenken vor geplanter Abschreibung ausser Betrieb genommen werden müsste.

4.

Paralleles Backup-System aufbauen: Dezentrale Wärme-Kraft-Kopplung als Lösung

Es ist absehbar, dass die Kernkraftwerke spätestens Ende der 40er Jahre vom Netz genommen werden müssen. swisscleantech geht davon aus, dass bis dahin das Angebot an erneuerbaren Energien zwar gross, aber noch nicht ausreichend sein wird, um diese Lücke zu schliessen. Als Backup-Lösung empfiehlt sich der Bau von dezentralen Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) genauer zu studieren. Entsprechende Überlegungen hat Powerloop kürzlich veröffentlicht. Auch swisscleantech hat dieser Technologie in der Energiestrategie von 2014 eine grössere Bedeutung zugemessen. WKK erzeugen neben Strom auch Abwärme, die zum Heizen genutzt werden kann. Es bietet sich deshalb an, diese Anlagen in der Nähe von Fernwärmenetzen zu realisieren. Ob dann noch Gaskraftwerke notwendig sind, wird sich weisen. Sicher ist: Der Widerstand gegen dezentrale Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen wird deutlich geringer sein als gegen ein reines Gaskraftwerk.

Zum Schutz des Klimas muss der CO2-Ausstoss dieser Anlagen kompensiert oder mit einer CO2-Abgabe belegt werden. Das wird den Preis erhöhen und dazu führen, dass die Anlagen wirklich nur dann laufen, wenn der Strom nicht anderweitig produziert werden kann. Wegen der dadurch kurzen Laufzeiten pro Jahr müssen die Kapitalkosten der Anlagen über einen separaten Mechanismus aufgebracht werden.

Parallel gilt es, sicherzustellen, dass möglichst viel Biogas und später synthetisches Gas für diese Anlagen zur Verfügung steht – so können die CO2-Emissionen reduziert werden. Daher sollten Biogasanlagen in dieses Gasnetz einspeisen. Ausserdem gilt es, einen grenzüberschreitenden Zertifikatehandel für erneuerbares Gas zu etablieren.

Da wir nicht wissen, wie lange die Kernkraftwerke mit ausreichender Sicherheit am Netz bleiben können, lohnt es sich, frühzeitig einen Teil dieser Infrastruktur aufzubauen. Ebenfalls macht es Sinn, die bereits existierenden Notstromgruppen in das System einzubinden.

5.

Kapazitätsreserve einführen

Die vom Bund vorgeschlagene Kapazitätsreserve in Speicherkraftwerken ist ein sinnvoller, wesentlicher Teil der Lösung. Sie stellt sicher, dass die Speicherseen soweit gefüllt bleiben, damit eine Versorgungsreserve besteht.

6.

Fähigkeiten zum Demand Side Management – den angebotsgesteuerten Verbrauch – aufbauen

Die Volatilität der Strompreise wird deutlich ansteigen. Eine gezielte Steuerung der Stromnachfrage durch aktives Demand Side Management und durch Stromangebote mit Abschaltoptionen werden eine wichtige Rolle spielen. Beim Demand Side Management steuert die Verbraucher*in ihr Angebot aktiv in Abhängigkeit des Preises, mit Abschaltoptionen verzichtet die Bezüger*in auf eine permanent gesicherte Lieferbereitschaft, erhält dafür den Strom zu günstigeren Preisen. Die Potentiale, die durch solche Angebote erschlossen werden können, sind deutlich grösser als bisher angenommen, wie auch eine Studie des Bundesamts für Energie bestätigt.

7.

Stromspeicher ausbauen

Solaranlagen und Windturbinen produzieren günstigen Strom – aber nicht immer dann, wenn er gebraucht wird. Das wird sich auf die Schnelle nicht ändern. Phasen von Überschuss werden sich in schneller Folge abwechseln mit Phasen mit knappem Angebot. Stromspeicher werden daher im Stromsystem der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Besonders wichtig sind Kurzzeitspeicher, die von Tag zu Tag arbeiten. Damit diese auch gebaut werden, müssen sie gute Rahmenbedingungen erhalten. Speicher, die netzdienlich betrieben werden, müssen vom Netzentgelt befreit werden.

8.

Technologie-offen bleiben

Wie bei jeder Technologie muss auch der Entscheid, auf welche Technologien zur Bereitstellung von Energie gesetzt werden soll, klar definierten Kriterien abseits von Ideologien folgen. swisscleantech hat daher acht Positivkriterien für Energietechnologien ausgebearbeitet. Diese erlauben es auch, rationale Entscheide über zukünftige Generationen von Kernkraftwerken zu fällen. Allerdings gilt es festzuhalten: Die heute bekannten technischen Eckdaten dieser Anlagen lassen noch keine abschliessende Analyse zu. Es ist zu erwarten, dass diese Anlagen zu spät kommen, um Teil der mittelfristigen Lösung zu sein. Wer sich heute für Kernkraftwerke der aktuellen Generation engagiert, setzt auf den falschen Lösungsansatz.

 

Und nicht zuletzt: Die Schweiz ist und bleibt Teil des europäischen Gesamtsystems. Auch die EU hat kein Interesse an einem Strom-Blackout in der Schweiz. Deshalb muss mit Nachdruck daran gearbeitet werden, dass zumindest minimale technische Absprachen zur Nutzung der Leistungskapazitäten vereinbart werden können.

Indirekter Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative prüfenswert

Die heute durch die nationalrätliche Umweltkommission (UREK-N) beschlossene Ausarbeitung eines indirekten Gegenvorschlags zur Gletscherinitiative ist aus Sicht von swisscleantech ein prüfenswerter Ansatz, um im Klimaschutz schneller voranzukommen und das zentrale Ziel von Netto Null bis 2050 gesetzlich zu verankern. Als Unterstützer der Gletscherinitiative wird swisscleantech den indirekten Gegenvorschlag an seiner Wirksamkeit und an der Frage messen, ob er marktnahe Massnahmen zur CO2-Reduktion vorsieht.

Wir begrüssen zudem die Annahme der Motion 21.433 zur Förderung der Forschung und Entwicklung im Bereich der negativen Emissionen. Für zahlreiche swisscleantech-Mitglieder, die eigene Netto-Null-Ziele verabschiedet haben, ist es zentral, dass die Schweiz bezüglich Negativemissionstechnologien eine Vorreiterrolle einnimmt.

swisscleantech unterstützt das Zürcher Energiegesetz

Am 28. November 2021 stimmt die Zürcher Bevölkerung über das revidierte kantonale Energiegesetz ab. Nach dem Nein zum CO2-Gesetz hat die kantonale Klimapolitik weiter an Relevanz gewonnen. Fabian Etter, Co-Präsident von swisscleantech, sagt dazu: «Die bevorstehende Abstimmung in Zürich hat Signalcharakter. Ein Ja gibt der Wirtschaft wie der Bevölkerung Planungssicherheit für klimataugliche Technologien.»

Die Gesetzesvorlage will im Gebäudebereich den Ersatz von Öl- oder Gasheizungen durch erneuerbare Heizsysteme forcieren und die Pflicht einer Lebenszykluskostenbetrachtung einführen. Denn die höheren Investitionen für erneuerbare Heizsysteme werden in der Regel über den Lebenszyklus hinweg durch tiefere Betriebskosten mehr als kompensiert. Zudem kommen die Investitionen direkt dem Zürcher Gewerbe zugute – statt Erdgas- und Erdöllieferanten im Ausland, wie dies heute häufig der Fall ist.

Neben seiner Wirtschaftstauglichkeit besticht das Energiegesetz auch durch seine Effektivität – es setzt dort an, wo am meisten CO2 eingespart werden kann: Bei den Gebäudeheizungen. Deshalb unterstützt swisscleantech als Wirtschaftsverband und Komiteemitglied das Zürcher Energiegesetz und sagt «Ja zum Klimaschutz – Ja zum Energiegesetz».

Zur Komitee-Website

Netto-Null-Ziel als Chance für die Wirtschaft – auch in der Ostschweiz

Der letzte Bericht des Weltklimarats verdeutlicht es in aller Klarheit: «Der menschengemachte Klimawandel ist Realität, seine Auswirkungen sind in allen Regionen der Welt immer stärker spürbar, auch in der Schweiz. Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung des Netto-Null-Ziels – und sie haben dabei viele unternehmerische Chancen!», erklärte Fabian Etter, Co-Präsident von swisscleantech, an einer gut besuchten Abendveranstaltung bei Forster Swiss Home in Arbon zum Thema «Klimaschutz – eine Chance für die Ostschweizer Wirtschaft?».

Etter erläuterte in seinem Einführungsreferat die Notwendigkeit des Zusammenspiels von Innovation, nachhaltiger Finanzflüsse und klaren politischen Rahmenbedingungen, um bis 2050 die Erderwärmung auf 1.5 Grad zu beschränken. Im Vergleich zu den letzten 30 Jahren müssten die Emissionen bis 2050 in der Schweiz rund zehn Mal schneller reduziert werden. Umso wichtiger sei der Wille von Firmen, ihren Fussabdruck zu reduzieren und klimafreundliche Technologien einzusetzen. Für die Umsetzung in der Breite brauche es eine wirtschaftstaugliche Klimapolitik, die die richtigen Rahmenbedingungen setze, zum Beispiel zur Erhöhung der Sanierungsquote von Gebäuden oder dem schnelleren Zubau von erneuerbaren Energien. Aus Sicht von swisscleantech müssten auch in Zukunft Kostenwahrheit und Lenkungsabgaben eine wichtige Rolle einnehmen.

Wie Klimaschutz im Unternehmensalltag geht, zeigte im Anschluss Gastgeber Max Müller, Verwaltungsratspräsident von Forster Swiss Home und Mitglied von swisscleantech, auf: Unternehmerisch gelebte Nachhaltigkeit bedeutet für ihn, auf Qualität zu setzen, 80% der Wertschöpfung in der Schweiz, recyclierbare Materialien, die Förderung der Kreislaufwirtschaft bei eigenen Produkten und Lieferanten, die Langlebigkeit der Küchen sowie deren Reparatur durch einen eigenen Reparaturservice.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten Ernst Möhl, Verwaltungsrat- spräsident der Mosterei Möhl, Petra Roth, Nachhaltigkeitsverantwortliche der Thurgauer Kantonalbank und Susanne Vincenz-Stauffacher, FDP-Nationalrätin und Vorstandsmitglied von swisscleantech, über die aktuelle Klimapolitik und die Rolle Wirtschaft.

Susanne Vincenz-Stauffacher erläuterte, dass es im Parlament nach dem Nein zur Revision des CO2-Gesetzes vom 13. Juni gelungen ist, unbestrittene Massnahmen aus dem bestehenden Gesetz weiterzuführen, beispielsweise die Zielvereinbarungen für Unternehmen oder die Treibstoffkompensation, was im Sinne der Planungssicherheit gerade für engagierte Firmen zentral sei. Mit Blick auf eine neue Vorlage stellt sie klar: «Es ist wichtig, dass wir Energie- und Klimapolitik vermehrt integriert diskutieren. Denn die Dekarbonisierung führt zu mehr Stromverbrauch, weshalb der Zubau der Erneuerbaren deutlich beschleunigt werden muss.»

Ernst Möhl verdeutlichte, dass die Politik zwar wichtig sei, aber auch der Druck von Lieferanten und Kunden im Thema Nachhaltigkeit zunehme. «Wir werden in den nächsten Jahren viel darin investieren, unseren CO2-Ausstoss deutlich zu reduzieren und zum Beispiel Wasserstoff-Lastwagen einsetzen.» Für Petra Roth, Nachhaltigkeitsverantwortliche der Thurgauer Kantonalbank, spielt der Finanzmarkt eine zentrale Rolle bei der Erreichung der Netto-Null-Zielsetzung: «Die TKB hat kürzlich eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Ein wichtiges Element ist dabei, unsere Kundinnen und Kunden im Thema Nachhaltigkeit stärker zu begleiten.»

Daniel Eugster, Vorstandsmitglied von swisscleantech und Geschäftsführer von Haustechnik Eugster, fasste den Abend wie folgt zusammen: «Netto-Null ist eine grosse Chance für die Firmen. Wer sich jetzt bewegt, hat später einen Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig braucht es eine ambitionierte und breit akzeptierte Klimapolitik, denn nur gemeinsam, mit allen Akteuren im Boot, schaffen wir die Energiewende».

Zur klaren Annahme der parlamentarischen Initiative Girod

Die von der Bundesversammlung am letzten Freitag mit nur fünf Gegenstimmen verabschiedete Anpassung des Energiegesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien (parlamentarische Initiative Girod) ist für den Klimaschutz ein entscheidender Schritt vorwärts. Sie schafft Planungs- und Investitionssicherheit für die erneuerbare Energieproduktion und verhindert eine Förderlücke: Mit der Umsetzung dieser Anpassungen wird es in der Schweiz wieder möglich, grosse Anlagen zur Produktion erneuerbaren Stroms zu bauen. Mit dem Auslaufen der kostendeckenden Einspeisevergütung waren diese Möglichkeiten stark eingeschränkt: Es konnten praktisch nur noch Solaranlagen gebaut werden, bei denen ein wesentlicher Teil der Energie auf dem gleichen Grundstück verbraucht wurde. Für eine umfassende Umgestaltung unserer Stromversorgung reicht das bei weitem nicht aus. Dank der nun verabschiedeten Anpassung des Energiegesetzes gelten bis 2030 für alle Technologien klar definierte Bedingungen für die Förderung.

swisscleantech begrüsst die klare Annahme dieser Initiative, weist jedoch darauf hin, dass es weitere Schritte braucht. Die nun verabschiedeten Regeln werden mit Sicherheit taugliche Stromerzeugungsanlagen finanzieren; langfristig betrachtet ist aber das so verabschiedete Subventionsregime ausgesprochen marktfern und kann daher nicht sicherstellen, dass der Zubau zu möglichst günstigen Konditionen erfolgt. Es ist deshalb notwendig, dass im Rahmen der nun folgenden Behandlung des Bundesgesetzes über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien (Mantelerlass) darüber diskutiert wird, wie der Bau von Anlagen zur Produktion von erneuerbarer Energie langfristig, kostengünstig und mit möglichst marktnahen Methoden vorangetrieben werden kann.

Mit Google und swisscleantech zur klimatauglichen Wirtschaft

Die Herausforderungen des Klimawandels hat Google früh erkannt; nicht als unlösbares Problem, sondern als unternehmerische Chance. Sundar Pichai, CEO von Googles DACH-Organisation Alphabet: «We have always viewed a challenge as an opportunity to be helpful, and make things better – for everyone. Climate change is no different.»1 Heute nimmt Google eine globale Vorreiterrolle im Klimaschutz ein: 2007 wurde Google das erste große CO2-neutrale Unternehmen, das zehn Jahre später als erstes grösseres Unternehmen 100% seines Energieverbrauchs mit erneuerbaren Energien deckte, seit 2017 sogar zum weltweit grössten Käufer erneuerbarer Energien wurde.2 Die Zielsetzungen für die nächsten zehn Jahre sind noch ambitionierter: Google will das erste internationale Grossunternehmen der Welt sein, das komplett ohne CO2-Emissionen operiert.

Die ICT-Branche hat viel Potenzial für den Klimaschutz
Der Beitritt von Google ist für swisscleantech auch bedeutend, weil die Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) im Klimaschutz eine zentrale Rolle spielt. Die CO2-Einsparungen durch den Einsatz von ICT-Lösungen bei der Steuerung von Gebäuden, Netzen und der Mobilität werden die Emissionen der Branche bis 2030 gemäss einer Studie der globalen e-Nachhaltigkeitsinitiative GeSI um den Faktor 10 übertreffen. Am Beispiel Google Maps bedeutet dies: Jede aufgerufene Strecke wird über vollständig CO2-neutrale Rechenzentren abgewickelt, nachhaltige Unternehmen können besonders gekennzeichnet werden und bald soll die Strecke mit dem kleinsten CO2-Fussabdruck zunächst in den USA zur Standard-Voreinstellung werden, mit dem Ziel, dies mittelfristig auch global zu auszurollen.3 Auch mit dem Engagement von Google ist klar: Die ambitionierten Ziele im Klimaschutz können nur gemeinsam erreicht werden. Aus diesem Grund arbeiten wir mit NGOs, Forschungseinrichtungen, Regierungen und Unternehmen zusammen, um massgeschneiderte Technologien und Tools zu entwickeln, um bedeutende Veränderungen beschleunigen zu können. Und so ist auch Googles strategische Mitgliedschaft bei swisscleantech als Teil dieser Partnerschaften zur Stärkung des Klimaschutzes zu verstehen.

Der Klimaschutz ist ein zentrales Element der Unternehmensstrategie von Google. Unser Beitritt zu swisscleantech als führendem Wirtschaftsverband im Bereich Nachhaltigkeit ist eine Weiterentwicklung unseres Engagements in der Schweiz, wo wir unseren grössten Entwicklungsstandort ausserhalb der USA betreiben. Wir freuen uns darauf, mit unserem Know-how und unserer Erfahrung einen Beitrag zu einer klimatauglichen Wirtschaft zu leisten.

Christian Martin
Managing Director Alps Region, Google Cloud

 

Die Zusammenarbeit wird in einem ersten Schritt darauf fokussieren, Best Practices von Google in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien mit der swisscleantech-Community zu teilen und die ceo4climate-Bewegung weiterzuentwickeln. 

Im Bereich Energieeffizienz zum Beispiel hat es Google durch den Einsatz eigener Chip Units, fortschrittlicher Kühlungstechniken und den Einsatz von Machine Learning zur Automatisierung der Energieoptimierung geschafft, dass die eigenen Data Center im Durchschnitt fast doppelt so energieeffizient wie typische Data Center sind und im Vergleich zu vor 5 Jahren ca. 7mal mehr Rechenleistung für die gleiche Menge elektrischer Energie erbringen können.4

Mit Google Schweiz gewinnt swisscleantech ein weiteres Mitglied, das bezüglich Klimaschutz führend ist in seiner Branche. Wir sind stolz auf diesen Zuwachs und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Fabian Etter
Co-Präsident, swisscleantech

Über Google

Google ist ein weltweit führendes Technologieunternehmen, das Menschen neue Zugangsmöglichkeiten zu Informationen ermöglicht. Googles Innovationen im Bereich der Internetsuche und -werbung haben die Google Startseite zu einer Top-Adresse im Internet und die Marke Google zu einer der bekanntesten der Welt gemacht. Google ist eine Marke von Alphabet Inc.; alle anderen Unternehmens- und Produktbezeichnungen können Handelsmarken der jeweiligen Unternehmen sein, mit denen sie assoziiert sind. Google ist seit 2004 in der Schweiz tätig. Mit mehr als 4200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 85 Nationen ist Zürich der grösste Forschungs- und Entwicklungsstandort von Google ausserhalb der USA. Weitere Informationen finden Sie unter www.google.ch.

Über swisscleantech

swisscleantech vereint klimabewusste Unternehmen. Gemeinsam bewegen wir Politik und Gesellschaft für eine CO2-neutrale Schweiz. Wir sind Themenführer in Energie- und Klimapolitik und zeigen Lösungen für eine klimataugliche Wirtschaft auf. Der Verband zählt rund 500 Mitglieder aus allen Branchen, darunter über 50 Verbände. Zusammen mit den angeschlossenen Verbänden vertritt swisscleantech über 24‘000 Schweizer Unternehmen und rund 400‘000 Mitarbeitende.

Für Rückfragen
Samuel Leiser
Head of Communications
Google Schweiz
press-ch-external@google.com 
Für Rückfragen

Christian Zeyer
Geschäftsführer
swisscleantech
christian.zeyer@swisscleantech.ch

 


Quellen

1 Google Sustainability | Our most ambitious decade yet | YouTube, September 2020
2 Google Environmental Report 2020, Seite 4
3 Google Blogpost vom 30. März 2021
4 Google Environmental Report 2020, Seite 22

Hautnah am parlamentarischen Puls mit dem PolitWebinar

Im PolitWebinar zum Ende der Herbstsession analysieren wir die wichtigsten politischen Geschäfte rund um klimataugliche Wirtschaft und bieten so Einschätzungen für Entscheider*innen und Interessierte. Durch die politische Arbeit von swisscleantech und den regen Austausch mit den Parlamentarier*innen gibt das PolitWebinar einen sehr aktuellen, praxisnahen Überblick und bietet einen Wissenstransfer zwischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sowie die Möglichkeit zur Vernetzung.

Mit der Analyse der Herbstsession als Ausgangspunkt rücken künftige Handlungsfelder und Strategien zur Förderung einer klimatauglichen Wirtschaft in den Vordergrund der Diskussion:

  • Lösungen zur Blockade der Schweizer Klimapolitik
    Wie gehen wir politisch konstruktiv mit dem Nein zum CO2-Gesetz um?
  • Stromversorgung Schweiz
    Wie tragen der Mantelerlass des Bundesrates und die parlamentarische Initiative Girod zu einer sicheren Schweizer Stromversorgung mit erneuerbaren Energien bei?
  • Kreislaufwirtschaft
    Welche Marktchancen eröffnen sich mit der Revision des Umweltschutzgesetzes?

Wie der politische Betrieb wird auch der Inhalt des PolitWebinars oft kurzfristig umgestellt – das ist Teil der politischen Arbeit und macht sie auch so interessant, seien Sie also gespannt!

Martina Novak, Leiterin Politik von swisscleantech, nimmt sie mit hinter die Kulissen des Bundeshauses und freut sich auf eine rege Diskussion.

PolitWebinar zur Herbstsession
Donnerstag, 30. September, 12:30 – 13:15 Uhr
online (Zoom)


Dieses PolitWebinar richtet sich nicht wie gewöhnlich ausschliesslich an swisscleantech-Mitglieder, sondern ist offen für sämtliche Interessierten, nutzen Sie diese Möglichkeit:

Zur Anmeldung

 

Im Anschluss an das Politwebinar bietet Ihnen ein 15-minütiges-Meet-and-Greet die Möglichkeit, unseren Co-Präsidenten Fabian Etter zu treffen und mehr über swisscleantech zu erfahren. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.